Asienkrise



Notfallerlässe der Regierung um den Finanzsektor zu entlasten und zu restrukturieren. Dass viele Gläubiger fast gleichzeitig so handelten Herdenverhalten , trug zum Wertverlust ihrer Anlagen bei. Dennoch wäre aus theoretischer Überlegung bei der Implementierung einer Steuerung von Kapitalflüssen der Steuersatz so zu wählen, dass ein ausbalanciertes Verhältnis zwischen Nichtabschluss und Abschluss der Kredite in ausländischer Währung möglich ist.

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Zusätzlich bemühten sich zahlreiche Regierungen und internationale Organisationen, Hilfestellung zu leisten. Damals bestand Hoffnung, dass sich der Markt bald erholen würde. Die am meisten betroffenen Währungen, der thailändische Baht , die indonesische Rupiah und der südkoreanische Won , hatten bis Mitte einen Teil ihres Wertverlustes aufgeholt und sich stabilisiert.

Ebenso stabilisierten sich die Exportzahlen wieder. Der Yuan behielt seinen Wert, das Bruttoinlandsprodukt wuchs weiter an und die Exporte nahmen weiterhin kräftig zu. Zwar waren die Kapitalabflüsse von ausländischen Investoren auch in China beachtlich, doch die Auslandsverschuldung und das Haushaltsdefizit waren geringer als zum Beispiel in Thailand und Malaysia.

Die seit anhaltende Japankrise wurde durch die Asienkrise verstärkt. Es gab Prognosen, die von einer Verringerung bis zu einem Drittel ausgingen. Tatsächlich entpuppten sich die direkten Effekte als wesentlich geringfügiger. Bewohner ländlicher Gebiete, die ihre eigenen Nahrungsmittel anbauten oder züchteten, hatten durch den Verkauf ihrer Erzeugnisse zu steigenden Preisen profitiert, während die städtischen Haushalte, die sich Nahrungsmittel zu erhöhten Marktpreisen kaufen mussten, negativ betroffen waren.

Dementsprechend stieg die Armut in städtischen Gebieten stärker als in ländlichen Gebieten. Durch Kürzung der Sozialausgaben des Staates sank die Verfügbarkeit von Leistungen sowie die Qualität im Bildungs- und Gesundheitswesen und anderen öffentlichen Versorgungsleistungen. In der Gesundheitsversorgung griffen viele Haushalte zur Selbsthilfe oder nahmen traditionellen Heiler, weniger eine moderne medizinische Versorgung. In Indonesien hatten bis dato die Teilnehmer der nationalen Familienplanungsprogramme die Kosten in vollem Umfang tragen müssen.

Dementsprechend gehen Schätzungen davon aus, dass sich die Zahl der illegalen Abtreibungen und Kindstötungen deutlich erhöhte.

Die wirtschaftliche Erholung von der Krise erfolgte in den meisten der betroffenen Ländern recht schnell. In den meisten asiatischen Ländern waren zwei Jahre später die realen und nominalen Zinssätze auf den Geldmärkten niedriger als vor der Krise Die Kreditvergabe im Privatsektor wurde drastisch gesenkt und zog negative Auswirkungen auf den Privatkonsum nach sich, stabilisierte aber das Bankensystem.

Diese Zahl berücksichtigt allerdings auch das Wachstum Chinas und Indiens. Studien weisen darauf hin, dass die öffentliche Infrastruktur , vor allem in Thailand und Indonesien, schlechter als ein Jahrzehnt zuvor zu Zeiten der Krise gewesen sei.

Investitionsausgaben seien durch die wirtschaftliche und politische Unsicherheit gesunken und Unternehmen seien bezüglich Fremdkapitalaufnahme immer noch sehr zurückhaltend. Die Asian Development Bank fordert daher, dass die Regierungen viel mehr dazu beitragen könnten, dies zu ändern: Diese Finanzmittel wurden unter der Voraussetzung in Aussicht gestellt, dass die Geldpolitik in den jeweiligen Ländern gestrafft und damit ein weiterer Verfall der Wechselkurse eingedämmt würde, sowie einer restriktiveren Haushaltspolitik.

Des Weiteren war die Freigabe der Finanzmittel an Strukturreformen gebunden, wozu insbesondere Vorschriften und das Einrichten von Überwachungskommissionen gehörten, die die Verschuldungs-, Effizienz- und Führungsprobleme im Banken- und Unternehmenssektor lösen sollten.

August wandte sich die Regierung Thailands mit einer Absichtserklärung Letter of Intent an den Internationalen Währungsfonds, in welcher Strukturprogramme beschrieben wurden, welche die thailändische Regierung beabsichtigte zu implementieren mit der gleichzeitigen Anfrage nach finanzieller Unterstützung.

Kritik an den Auflagen, an den Prioritäten dieser Auflagen und der zu implementierenden Strukturänderungen Liberalisierung der Märkte kamen überwiegend aus dem Bereich der Politischen Linken.

Die Kritik, unabhängig von der politischen Motivation, am Internationalen Währungsfonds kann wie folgt zusammengefasst werden:. Die Ursachen von Währungs- und Finanzkrisen sind Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen und Erklärungsansätzen in der ökonomischen Literatur. Hierbei sind Modelle drei verschiedener Generationen zu unterscheiden, welche auf mehreren theoretischen Erklärungsansätzen beruhen.

Modelle der ersten Generation zur theoretischen Erläuterung von Finanzkrisen beruhen überwiegend auf dem Modell von Paul Krugman. In diesen Modellen werden Finanzkrisen als reine Währungskrisen angesehen.

Die Modelle der zweiten Generation betrachten eine Finanzkrise ebenfalls lediglich als Währungskrise. In diesen Modellen, so zum Beispiel dem von Maurice Obstfeld im Jahre veröffentlichten Modell, [23] wird erklärt, dass auch ohne expansive Geldpolitik und ohne damit verbundenem starken Haushaltsdefizit eine Währungskrise ausgelöst werden kann.

In diesen Modellen wird erläutert, dass internationale Finanzmarktteilnehmer spekulative Attacken auf eine Währung ausführen, wenn sie erwarten, dass ein Land eine Politik stabiler Wechselkurse zugunsten anderer Ziele, zum Beispiel die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, aufgeben würde. Diese Modelle der zweiten Generation basieren überwiegend auf der Erwartungshaltung der Wirtschaftssubjekte, welche das Auslösen einer Finanzkrise determiniert. Aktuelle Modelle, auch Modelle der dritten Generation genannt, versuchen dem Umstand Rechnung zu tragen, dass es sich bei Finanzkrisen nicht nur um Währungskrisen handelt, sondern gleichzeitig beziehungsweise unmittelbar darauf folgend auch um Wirtschaftskrisen beziehungsweise Finanzmarktkrisen handelt.

Unter dem Moral-Hazard-Problem versteht man, dass ein indirektes staatliches Bürgschaftssystem für schwach regulierte und kontrollierte private Finanzinstitutionen einen Anreiz bietet, sich in exzessiven, riskanten Investitionen zu engagieren.

Diese Marktwirtschaft wird mittels der Cobb-Douglas-Produktionsfunktion dargestellt. Man spricht bei dieser Eigenschaft auch von konstanten Skalenerträgen. Weiterhin wird angenommen, dass der Kapitalmarkt segmentiert und nicht vollkommen ist.

Weiterhin wird angenommen, dass für die Budgetbeschränkung der Elite gilt, dass der gesamte Kapitalstock des Landes durchweg von ausländischen Finanzinstitutionen fremdfinanziert ist. Diese Annahme ist eine realistische Vereinfachung, da Corsetti empirische Beweise darüber vorweisen kann, wie unzureichend die Eigenkapitalquote der einheimischen Unternehmen im Zeitpunkt des Entstehens der Krise war. Die Budgetbeschränkung für den Rest des Landes definiert sich über deren Konsum und die zu zahlenden Steuern.

Die Elite wäre dann gezwungen, Insolvenz anzumelden, sofern die Regierung beziehungsweise die Zentralbank nicht interveniert, beispielsweise bei Geldmenge oder Wechselkurs. Die konsolidierte Staat und Zentralbank Budgetgleichung ergäbe sich dementsprechend als:. Unter der Annahme, dass die Regierung die heimische Währung an eine starke, nicht schwankende Währung koppelt ergibt sich folgende Budgetbeschränkung des öffentlichen Sektors vor der Krise.

Dies bedeutet, dass das anfängliche Niveau der Geldreserven positiv ist und dass die Verschuldung durch Steuern auf das Arbeitseinkommen und Unternehmenssteuern ausgeglichen werden könnte. Das Preisniveau ist konstant und indiziert mit 1. Dementsprechend verändert sich die Budgetbeschränkung des öffentlichen Sektors, ergänzt um die zusätzlichen Aufwendungen, wie folgt:.

Wird diese Budgetbeschränkung in die vorher erwähnte Budgetgleichung eingesetzt, so erhält man die Budgetgleichung während der Krise:. Diese Gleichung entspricht den anfallenden Verbindlichkeiten, also Schulden abzüglich der Geldreserven linke Seite der Gleichung , und den diskontierten erwarteten Erträgen aus der Besteuerung der Arbeitseinkommen und dem Erhöhen der Geldmenge.

Im Folgenden wird modelliert, wie sich die Krisensituation verschlimmert, wenn die ausländischen institutionellen Investoren über den durch den Staat mit Reserven gedeckten Kapitalstock hinaus Kredite an die Elite vergeben. Da die Elite sich der Bürgschaftsgarantie der Regierung beziehungsweise der Zentralbank gewiss ist und sie daraus einen positiven Kapitaltransfer erwarten kann, wird sie keinen Verlust erleiden, egal, ob es zu einem negativen Produktionsschock Cobb-Douglas-Produktionsfunktion kommt oder nicht.

Und genau aus diesem Grunde, dies ist der entscheidende Fehler , wird die Elite alle finanziellen Engpässe durch weitere Ausleihungen am internationalen Finanzmarkt refinanzieren. Dieses wird stimuliert durch einen erwarteten positiven Ertrag bei weiterer Kreditaufnahme. Zu diesem Zeitpunkt kann die Finanzmarktkrise zu einer Währungskrise führen, sollte das Steueraufkommen vom Arbeitseinkommen und der Unternehmensbesteuerung nicht ausreichend hoch genug sein.

Denn dann wäre die linke Seite der Gleichung positiv und eine Erhöhung der Geldmenge wäre nötig. Eine Möglichkeit, dies zu verhindern, wäre eine glaubhafte Implementierung eines Rückzahlungsplanes in Raten gewesen, sofern es mit den Gläubigern vereinbar gewesen wäre.

Diese Möglichkeit wurde nicht genutzt, weshalb die Geldmenge erhöht werden musste. Das führte zu einem weiteren Anwachsen der Inflationsrate , welche schon durch das Aufbrauchen der Geldreserven rapide zugenommen hatte. Dies leitete zusätzlich zur Finanzkrise die Währungskrise ein. Die ausländischen institutionellen Investoren sind genau solange bereit, die heimische Elite zu finanzieren, solange ein Minimum an Geldreserven des öffentlichen Sektors vorhanden ist.

In dem Moment, in dem die um die antizipierten kumulierten Verluste in die Staatsverschuldung zugerechneten Verbindlichkeiten die Geldreserveschwelle überschreitet, werden die ausländischen institutionellen Investoren ihre Forderungen einzuheben versuchen.

Dies bedeutet, die Krise wird ausgelöst, sobald folgende Bedingung eintritt:. Mit Beginn der ersten insolventen Finanzinstitution begannen Spekulanten sofort auf den Verfall des Wechselkurses zu spekulieren. Diese Spekulation gegen die asiatischen Währungen verschlimmerte deren Situation noch weiter.

Ungewöhnlich an der Asienkrise war, dass die Probleme nicht national beschränkt waren, sondern regionale beziehungsweise globale Auswirkungen nach sich zogen. Dieser Effekt wurde in der englischsprachigen Literatur als Contagion oder als Contagion-Effekt bekannt. Paul Krugman kritisierte, dass die in Modellen der ersten Generation dargestellten Finanzintermediäre keinen sinnvollen Zweck erfüllten. Zwar sei die Annahme unter Moral-Hazard -Gesichtspunkten richtig, vernachlässige aber einen wichtigen Aspekt von Finanzmarktkrisen: Finanzmarktkrisen hätten gerade deshalb so schwere Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum, da insbesondere die Finanzintermediäre betroffen seien.

Paul Krugman kritisiert weiter, dass es falsch sei, die alleinige Schuld des overinvestment und der Überbewertung von Vermögenswerten auf die inländischen Finanzintermediäre zu schieben. Er begründet dies damit, dass auch Privatpersonen und ausländische institutionelle Investoren in asiatische Aktien und Immobilien vor und während der Asienkrise investierten.

Es ist nicht klar, inwieweit die Erklärungen miteinander konkurrieren und in welcher Gewichtung sie eine Rolle spielen. Spekulative Attacken können verschiedene Formen annehmen, wobei eine Finanzmarktkrise eine Währungskrise bedingen kann. Eine genaue und strikte Finanzmarktaufsicht zur Absicherung gegen eine unzureichende Bewertung des Risikos der ausstehenden Forderungen heimischer Finanzinstitutionen ist als wichtigstes Instrument zur Krisenprophylaxe zu sehen. In Europa wird dem, da ohne Steuerung der Kapitalströme spekulative Angriffe nicht kontrollierbar und auch nicht nur auf Entwicklungsländer reduziert sind, durch eine Kreditausfallrisikobewertung Rechnung getragen, die durch die Basel-II -Vorschriften europaweit eingeführt wird.

Dadurch werden eventuelle Insolvenzen und Missmanagement der Kreditinstitute und Unternehmen, die exzessive Kredite ins Ausland vergeben beziehungsweise Kredit in Fremdwährung aufnehmen, frühzeitig erkennbar und der Staat beziehungsweise die Zentralbank kann Verbindlichkeiten, die nicht in der Leistungsbilanz aufscheinen, frühzeitig mit einplanen. Gleichzeitig, würde auf einem neuen Effizienzlevel für Investitionen, das reale Einkommen des restlichen Landes fallen, einerseits aufgrund niedrigerer Reallöhne und andererseits aufgrund eines höheren Steuersatzes.

Die Mindesteigenkapitalanforderungen für Kreditrisiken seien zu gering. Das hierbei auftretende Problem wäre, dass gerade Entwicklungsländer auf ausländische Direktinvestitionen angewiesen sind. Deren Kreditgeber versuchten, sich gegen die in Entwicklungsländern hohe Wechselkursvolatilität abzusichern, indem sie Kredite nicht in lokaler Währung, sondern auf US-Dollar- oder Yen-Basis abschlössen.

Dennoch wäre aus theoretischer Überlegung bei der Implementierung einer Steuerung von Kapitalflüssen der Steuersatz so zu wählen, dass ein ausbalanciertes Verhältnis zwischen Nichtabschluss und Abschluss der Kredite in ausländischer Währung möglich ist.

Neben den ökonomischen Erklärungsmodellen wurden in den Sozialwissenschaften kulturelle Ursachen der Asienkrise diskutiert. Die Diskussion dieses Zusammenhangs war zwar schon in den er und er Jahren, im Kontext der Debatte um die Modernisierungstheorie , geführt worden. Durch die Abwertung einer Währung werden die Exporte des betroffenen Landes erleichtert, da sie sich für das Ausland verbilligen.

Dadurch wird die Wirtschaftskraft dieses Landes wieder angekurbelt, während das Ausland dessen Währung wieder verstärkt nachfragt, um seine Exporte kaufen zu können. Damit erhöht sich der Währungswert des betroffenen Landes wieder, womit seine Exporte wieder erschwert werden, die Importe dagegen erleichtert. Der Mechanismus der freien Wechselkurse hat also eine ausgleichende Wirkung auf die unausgeglichenen Zahlungsbilanzen zwischen Staaten Wechselkursmechanismus.

Andererseits unterliegen freie Wechselkurse im Zeitablauf starken Schwankungen. Diese hohe Volatilität kann durch die Geldpolitik unter Umständen nur schwer zu kontrollieren sein.

In Systemen fixer fester Wechselkurse vereinbaren die beteiligten Länder einen festen Leitkurs, die sogenannte Parität , und versuchen diesen durch Interventionen konstant zu halten. Der Wechselkurs kann dabei von der Zentralbank an eine andere Währung oder aber an einen Währungskorb gebunden werden. Die Wechselkurse von Ländern mit einem System fixer Wechselkurse sind jedoch nicht grundsätzlich unveränderlich.

Spricht man von festen Wechselkursen sind meist Bandbreitensysteme gemeint, bei denen die Wechselkurse innerhalb bestimmter Bandbreiten z. Droht der Wechselkurs jedoch aus der Bandbreite auszubrechen, müssen die beteiligten Zentralbanken im Rahmen von Devisenmarktinterventionen eingreifen und selbst als Anbieter bzw.

Die entsprechenden Höchstkurse und Niedrigstkurse am Ende der Bandbreite werden als obere und untere Interventionspunkte bezeichnet. Wenn Kapitalanleger erwarten, dass der Wechselkurs zukünftig unverändert bleibt, fordern sie in beiden beteiligten Ländern den gleichen Zinssatz.

Ein Extremfall der festen Wechselkursbindung ist die Währungsunion. Die Vorteile eines Festkurssystems sind die Kursstabilität und die daraus folgende sichere Kalkulierbarkeit und Vorhersehbarkeit der Wechselkurse. Entscheidender Nachteil fester Wechselkurse ist der Verzicht auf die autonome Geldpolitik des Landes. Die Zentralbank gibt damit ein sehr wirksames Instrument auf, um Handelsungleichgewichte zu korrigieren und die Konjunktur zu beeinflussen.

Die Fiskalpolitik allein reicht nicht aus. Zu berücksichtigen ist, dass Abwertungserwartungen tatsächlich Abwertungen bewirken können. Ein zu langes Festhalten an unangemessenen Paritäten macht das Wechselkursregime jedoch anfällig für Spekulationen. Problematisch bei fixen Wechselkursen ist ebenso die Einschränkung der Handlungsfreiheit der Wirtschaftspolitik.

Dies kann sich in Form von importierter Inflation oder internationaler Illiquidität des Landes auswirken. In der Praxis existieren innerhalb des durch fixe und flexible Wechselkurse abgesteckten Spektrums in abgestufter Form eine Reihe weiterer Wechselkursarrangements: Zwischen und herrschte als Wechselkurssystem der klassische Goldstandard , der sich gegenüber dem Bimetallismus Gold-Silber-Währung bzw.

Der Preis der eigenen Währung eines Landes wurde in Einheiten von Gold fixiert, und es bestand die Verpflichtung, zu diesem Kurs jederzeit Gold gegen die eigene Währung zu tauschen. Die Wechselkurse der Goldstandardländer blieben also während dieser Phase konstant. Praktisch alle wirtschaftlich bedeutenden Länder gehörten dem Goldstandard an.

Nachdem während des Ersten Weltkrieges der Goldstandard suspendiert worden war, versuchte man in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, den Goldstandard in einer modifizierten Form wiederherzustellen. Nach einer Phase flexibler Wechselkurse kehrten die meisten Länder zu festen Goldparitäten zurück. Man praktizierte nun den Golddevisenstandard: Die unkoordinierte Rückkehr zu Goldparitäten mit der Folge von Über- und Unterbewertungen bei wichtigen Währungen führte zum Zusammenbruch des restaurierten Goldstandards als internationales Währungssystem.

Auslöser war die Suspendierung der Goldeinlösepflicht der Bank von England für das britische Pfund am In der folgenden Zeit kam es zu Abwertungen anderer Währungen und es herrschte währungspolitische Desintegration. Diese Phase war gekennzeichnet durch die Bildung von Währungsblöcken:. Bereits während des Zweiten Weltkrieges wurde begonnen, die Grundlagen für ein neues internationales Wechselkurssystem zu schaffen.

Auf der internationalen Währungs- und Finanzkonferenz der Vereinten Nationen am In der Folge gingen die wichtigsten Welthandelsländer zu mehr oder weniger flexiblen Wechselkurssystemen über. In vielen Industrieländern folgten, begünstigt durch zwei Ölkrisen , Jahre der Stagnation und relativ hoher Inflation zusammenfassend Stagflation genannt.

Die meisten beteiligten Länder führten im Januar eine gemeinsame Währung ein, den Euro.