wiiw Forschungsbericht 3



Darüber hinaus besteht zumeist nur ein niedriger Deckungsgrad der Arbeitslosenunterstützung.

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Der Staat wird nicht mehr wie in der traditionellen Lehre der Wirtschaftspolitik zwingend als wohlwollender Diktator gesehen. Es wird vielmehr davon ausgegangen, dass politische Akteure bei ihren Entscheidungen — wie es auch bei anderen Wirtschaftssubjekten angenommen wird — als homo oeconomicus handeln und sie, soweit es ihnen möglich ist, bestrebt sind, ihren eigenen Nutzen zu maximieren. Sometimes policy serves the narrow interests of a few political leaders or lobby groups rather than society as a whole.

Ein derart Eigennutz orientiertes Handeln, das statt langfristigen wirtschaftlichen Überlegungen eher kurzfristigen persönlichen Zielen dient, ist auch im Hinblick auf die Analyse der Wahl von Wechselkursregimen von Bedeutung.

Im Verlauf dieser Arbeit wird deutlich, dass intermediäre Wechselkursarrangements aus zweierlei Gründen am ehesten geeignet sind, die Interessen von Politikern zu verwirklichen: Für eine detaillierte Rechtfertigung dieser Position siehe beispielsweise Downs sowie Buchanan u. In vorliegender Arbeit wird aufgezeigt, dass Geld-, Fiskal- und Wechselkurspolitik im Vergleich zu den Möglichkeiten, die Ecklösungen bieten, bei intermediären Lösungen weitgehend uneingeschränkt eingesetzt werden können, um wichtige ökonomische Fundamentaldaten wie beispielsweise Wirtschaftswachstum kurzfristig im positiven Sinn zu beeinflussen.

Solide Wirtschaftsdaten bilden sowohl in Demokratien wie auch in Diktaturen für politische Entscheidungsträger häufig die Legitimation und Garantie, weiterhin an der Regierung zu bleiben. Vor dieser Argumentation und der Unterstellung, dass Regierungen grundsätzlich an einem Machterhalt interessiert sind, stellt sich die Frage, aus welchem Grund nicht alle Länder intermediäre Wechselkursarrangements aufweisen.

Zur Beantwortung gilt es zu bedenken, dass es durchaus Situationen gibt, wo Ecklösungen für Nutzen maximierende Politiker optimal sind: Können politische Akteure etwa den Wechselkurs aufgrund einer stabilen geringen Importelastizität nicht als wirtschaftspolitisches Instrument einsetzen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie feste Ecklösungen wählen.

Ähnliches ist in einer Phase der Hyperinflation zu erwarten. Ferner ist davon auszugehen, dass politisch mächtige Regierungsvorsitzende tendenziell eher gewillt sind Eck- statt Zwischenlösungen zu wählen als politisch Schwache. Zudem sind politisch mächtige Regierungen weniger als Politiker mit einer ungewissen Zukunft darauf angewiesen, die politische Stellung im intra- und interparteiischen Wettbewerb mittels ökonomischen Erfolgs zu stärken.

Demzufolge kann die Wahl der Wechselkursregime keinesfalls, wie von Kritikern der hollowing-out Hypothese 5 implizit unterstellt, als Grundlage herangezogen werden, um die Forderung nach Ecklösungen zu verwerfen. Die Kritik einer fehlenden empirischen Fundierung, die auf der zu sehr vereinfachenden Prämisse traditioneller Ansätze zur Erklärung der Wechselkursregimewahl beruht, dass politische Entscheidungsträger im Sinne eines wohlwollenden Diktators agieren und bestrebt sind, die soziale Wohlfahrt zu maximieren, führt zwangsläufig zu einem falschen Schluss.

Eine Instrumentalisierung der Wirtschafts- und Wechselkurspolitik im Rahmen von Zwischenlösungen, die in der Regel eher kurzfristig ausgerichtet ist und der Wiederwahl bzw.

Begünstigung nahe stehender Interessensgruppen statt langfristigem Wirtschaftswachstum dient, bleibt nicht ohne negative ökonomische Folgen. Denn die in der Literatur häufig genannten Vorzüge von Zwischenlösungen — Ansteuerung des Gleichgewichtswechselkurs, Glättung kurzfristiger Wechselkursschwankungen, flexible Nutzung der Geld-, Fiskal- und Wechselkurspolitik — gehen bei einer Manipulation des Wechselkurses aufgrund politischer Interessen verloren.

Zusätzlich spricht gegen den Einsatz von intermediären Wechselkursregimen und somit für die hollowing-out Hypothese, dass durch die Festlegung auf eine Zwischenlösung die Vorteile von Ecklösungen — etwa in Form einer erleichterten Erwartungsbildung oder einer gleichgewichtigen Zahlungsbilanz — wegfallen und somit hohe Opportunitätskosten entstehen. Diese Nachteile kritisierte bereits Milton Friedman Die theoretischen Ausführungen von Teil 1, dass die Wahl des Wechselkursregimes keineswegs nur durch ökonomische sondern auch politisch-institutionelle Rahmenbedingungen erklärt wird und somit die Kritik an der hollowing-out Hypothese nicht haltbar ist, werden in dieser Arbeit durch zwei empirische Studien gestützt.

Staaten mit unzulänglichen Governancestrukturen und in der Regel demzufolge einer unterdurchschnittlichen wirtschaftlichen Entwicklung zeigen dagegen tendenziell intermediäre Wechselkurssysteme. Im Rahmen von Zwischenlösungen dagegen bietet sich diesen Politakteuren die Möglichkeit, mittels einer Instrumentalisierung der Geld-, Fiskal- und Wechselkurspolitik kurzfristig ökonomischen und in der Folge auch politischen Erfolg bei der nächsten Wahl zu erreichen.

Ferner wird in Teil 3 im Rahmen einer qualitativ ausgerichteten Länderstudie am Beispiel Brasilien herausgearbeitet, inwiefern politisch-institutionelle Regelungen für die Wechselkurspolitik und somit für die Wechselkursregimewahl verantwortlich sind. Vielmehr konnten die öffentlichen Gebietskörperschaften in Brasilien im Zuge einer geschickten Instrumentalisierung des Wechselkurses über Jahrzehnte hinweg über ihre Verhältnisse leben. Die volkswirtschaftlichen Konsequenzen kamen durch eine immense Verschuldung der öffentlichen Haushalte, hohe Inflationsraten und nicht nachhaltige Leistungsbilanzdefizite zum Ausdruck.

Die Instrumentalisierung des Wechselkurses seitens der Politakteure führte also bestenfalls zu suboptimalen volkswirtschaftlichen Ergebnissen.

Betrachtet man die Wechselkursregimewahl also im Sinne des in dieser Arbeit neu entwickelten, auf dem Gedankengut der ökonomischen Theorie der Politik aufbauenden Ansatzes, wird die eingangs erwähnte Kritik an der hollowing-out Hypothese, es fehle an empirischer Evidenz und theoretischer Fundierung, haltlos.

Vielmehr zeigen die Ausführungen ganz im Sinne 7 der hollowing-out Hypothese, dass feste oder flexible Ecklösungen, bei denen der diskretionäre Spielraum der Politakteure weitgehend eingeschränkt ist, oftmals die bessere Alternative bilden. Die vorliegende Arbeit besteht aus sieben Kapiteln. In Kapitel 2 wird die hollowing-out Hypothese umfassend behandelt. Es wird auf Definition, Entwicklung sowie Kritik an dieser aktuell diskutierten These eingegangen. Kapitel 3 beschäftigt sich mit den Determinanten der Wechselkursregimewahl.

Hierbei wird die traditionelle Sichtweise, bei der der Staat als wohlwollender Diktator gesehen wird, zugunsten eines Ansatzes aufgegeben, der die Ideen der Ökonomischen Theorie der Politik aufgreift. Den Abschluss des theoretischen Teils bildet Kapitel 4. Hier wird erläutert, inwiefern der politökonomische Ansatz zur Erklärung der Wechselkursregimewahl dazu beiträgt, die Kritik an der hollowing-out Hypothese zu widerlegen.

Mittels einer Querschnittstudie mit Ländern werden in Kapitel 5 die oben erläuterten Sachverhalte empirisch belegt. Es zeigt sich, dass politische Faktoren bei der Wahl von Wechselkurssystemen eine wichtige Rolle spielen.

In Kapitel 6 erfolgt eine Länderanalyse am Fallbeispiel Brasilien. Hier werden die Zusammenhänge zwischen politisch-instutitionellen Rahmenbedingungen und Wechselkursregimewahl seit der Militärdiktatur detailliert untersucht.

Es zeigt sich ebenfalls, dass politische Faktoren für die Gestaltung der Wechselkurspolitik verantwortlich sind. Zudem wird deutlich, dass die Instrumentalisierung des Wechselkurses die wirtschaftliche Entwicklung Brasiliens stark behindert hat. Sowohl der hier entwickelte Ansatz zur Erklärung der Wechselkursregimewahl als auch die Ergebnisse der qualitativ und quantitativ ausgerichteten empirischen Studien untermauern die Bedeutung der hollowing-out Hypothese.

Diese These, auch bekannt unter den Bezeichnungen two corner solutions oder bipolar view, besagt, dass in einer Welt mit zunehmend ungehindertem Kapitalverkehr nur Ecklösungen, entweder extrem feste oder sehr flexible Wechselkursarrangements, langfristig tragfähig sind.

Rogoff , Meltzer , Summers , Fischer a,b,c oder Köhler Eine genauere Betrachtung zeigt, dass die Frage nach der Zuordnung der einzelnen Wechselkursarrangements zu Zwischenlösungen oder zu Ecklösungen nicht in allen Fällen einheitlich beantwortet wird. Es wird hierbei zwischen folgenden acht Wechselkurssystemen unterschieden: Williamson ist einer der wenigen Befürworter von Zwischenlösungen. Andere Ökonomen, wie etwa Cordon , lehnen eine strikte Auslegung der hollowing-out Hypothese ab und schränken die nicht nachhaltigen Zwischenlösungen auf wenige Wechselkursregime ein.

Goldstein b favorisiert eine Variante der managed floating regimes. On balance, we have a responsibility to advice our members that while such a regime can succeed, the requirements for a country to maintain a pegged or heavily managed exchange rate are daunting - especially when the country is strong engaged with international capital markets.

Einigkeit besteht auch darin, dass independently floating regimes, bei denen der Wechselkurs per Definition allein durch Marktkräfte bestimmt wird, flexiblen Ecklösungen zuzuordnen sind. Other conventional fixed peg arrangements, pegged exchange rates within horizontal bands, crawling pegs und exchange rates within crawling bands werden übereinstimmend zu den Zwischenlösungen gerechnet.

Einzig bei der Zuteilung von managed floating with no preannounced path for the exchange rate klaffen die Meinungen auseinander. Auf der Basis aussagekräftiger Textstellen 20 wurden die Sichtweisen ausge- 18 Für eine detaillierte Definition der einzelnen Wechselkursarrangements, vgl. Auf die Zuordnung von currency boards zu Ecklösungen wird in Kürze detailliert eingegangen. Zuordnung richtet sich nach dem Umfang der Interventionen auf den Devisenmärkten Quelle: Er ordnet diese aber den Zwischenlösungen zu.

In vorliegender Arbeit ist dies der diskretionäre Spielraum, der den politischen Akteuren im Zuge der jeweiligen Wechselkursregime bei der Gestaltung der Wechselkurspolitik eingeräumt wird: Falls politischen Akteuren eine potentielle Einflussnahme auf den Wechselkurs aufgrund der Vorgaben des Wechselkursarrangements untersagt ist, zählt dieses Wechselkursregime zu den Ecklösungen. Eine einzelne Regierung hat, selbst im Falle einer nicht unabhängigen Zentralbank, normalerweise keine Möglichkeiten, eine autonome Geld- bzw.

Entscheidet sich eine Nation dafür, die Währung eines anderen Landes als gesetzliches Zahlungsmittel einzuführen, spricht man von Dollarisierung. Staaten, die sich an einer Währungsunion beteiligen oder sich für eine Dollarisierung entscheiden, werden demzufolge eindeutig den hard pegs zugerechnet.

Im Rahmen eines currency board arrangement ist die Inlandswährung in einem festen Austauschverhältnis an eine ausländische Währung gebunden. Von einer gewöhnlichen Wechselkursfixierung unterscheidet sich ein currency board dabei in zweierlei Hinsicht: Zum einen ist die monetäre Basis vollständig durch Devisenreserven gedeckt. Des Weiteren ist die Wechselkursfixierung gesetzlich garantiert, so dass eine Änderung der gewählten Wechselkursrelation einer Gesetzesänderung bedarf.

Im Zuge dieser institutionellen Vorgaben besitzen die 25 In diesem Kontext wird davon ausgegangen, dass Politiker zwar nicht immer aber doch relativ häufig den Wechselkurs beeinflussen können.

Diese Ansicht wird auch, wie folgende Zitate belegen, von anderen Ökonomen geteilt: Currency board arrangements werden daher den festen Ecklösungen zugeordnet. Empirische Untersuchungen zeigen jedoch, dass im Zuge solcher Wechselkurssysteme die Wechselkursparitäten häufig angepasst werden.

Obstfeld und Rogoff Juni für mindestens 5 Jahre einen festen Wechselkurs. Bei der Untersuchung 17 lateinamerikanischer Staaten für den Zeitraum von bis stellten sie fest, dass ein Drittel der pegs nach acht Monaten und über die Hälfte am Ende des ersten Jahres endeten.

Derart häufige Wechselkursanpassungen lassen vermuten, dass für viele politische Entscheidungsträger eine Wechselkursanbindung im Zuge eines other conventional fixed peg arrangements keineswegs so verbindlich gesehen wird, wie es die Bezeichnung suggeriert. Other conventional fixed peg arrangements werden demzufolge intermediären Wechselkursarrangements zugerechnet. Diese Kritik wird jedoch haltlos, wenn man bedenkt, dass das Wechselkursarrangement Argentiniens keineswegs den Anforderungen eines currency boards genügte.

Ein Drittel konnte durch auf Dollar lautende Schuldtitel des argentinischen Staates gesichert werden. Der Mehrheit der Ökonomen folgend werden diese Wechselkursarrangements hier zu den intermediären Wechselkurssystemen gezählt. Aber nicht nur inhaltliche Überlegungen führen zu diesem Schluss. Betrachtet man die tatsächlich verfolgte Wechselkurspolitik der einzelnen Länder, fällt auf, dass sich managed floating regimes nicht erkennbar von soft pegs unterscheiden.

Indeed, the evidence presented here suggests it is often quite difficult to distinguish among the two. Bei diesen Wechselkursregimen wird die Höhe des Wechselkurses durch die Marktkräfte bestimmt. Hier liegt der Einwand nahe, dass auch im Zuge des free floatings auf dem Devisenmarkt interveniert wird, um auf das Austauschverhältnis Einfluss zu nehmen.

Dann müsste man allerdings auch hinterfragen, ob die Teilnahme an anderen Wechselkursarrangements endgültig ist. Mali etwa hat mit seiner Geschichte gezeigt31, dass die Mitgliedschaft, der Ausstieg und die erneute Mitgliedschaft an einer Währungsunion nicht nur graue Theorie ist. Führte man diese Überlegungen weiter, käme man zu dem Schluss, dass wohl keine Wechselkursregimewahl dauerhaft ist und alle Wechselkursarrangements Zwischenlösungen sind.

Eine logische, aber wenig hilfreiche Feststellung. Hier wird die Ansicht vertreten, dass ein entscheidender qualitativer Unterschied zwischen managed floating und independently floating regimes besteht.

Bei managed floating regimes besteht für politische Akteure von vornherein die Legitimation zur versuchten Wechselkurssteuerung. Erfolgt diese dann tatsächlich, wird dies kaum Reaktionen in der Presse und Bevölkerung hervorrufen. Ein vollkommen anderes Bild ist bei independently floating regimes zu erwarten.

Die Einschätzung, dass ein signifikanter Unterschied zwischen diesen beiden Wechselkursarrangements besteht, wird von der empirischen Studie Poirsons über die Wahl von Wechselkursregimen untermauert. Für die Einrichtung eines solchen Wechselkurssystems steht den verantwortlichen Behörden eine Reihe von Instrumenten zur Verfügung. Eine häufig eingesetzte Methode ist die Festlegung unterschiedlicher Wechselkurssätze für verschiedenartige Transaktionen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, mehrere Devisenmärkte mit verschiedenen Wechselkursen gleichzeitig nebeneinander einzurichten und den Zugang zu diesen Märkten gesetzlich zu reglementieren. Diese Praktiken verdeutlichen, dass die Einrichtung eines multiple exchange rate system in der Regel darauf abzielt, den Wechselkurs als wirtschaftspolitisches Instrument einzusetzen.

In vorliegender Arbeit werden daher alle multiplen Wechselkursregime, auch, wenn es sich offiziell um flexible oder feste Ecklösungen handelt, den Zwischenlösungen zugeordnet.

Other conventional fixed peg arrangements, pegged exchange rates within horizontal bands, crawling pegs, exchange rates within crawling bands und managed floating with no preannounced path for the exchange rate bilden die Kategorie der Zwischenlösungen.

Independently floating regimes stellen die flexiblen Ecklösungen dar vgl. Zudem werden offiziell lautende Ecklösungen zu den intermediären Wechselkursregimen gerechnet, wenn sie in ein multiple exchange rate system eingebunden sind.

Sie stellen in der Regel nur eine Übergangslösung auf dem Weg zu einem neuen Wechselkurssystem dar. Dies liegt in der Tatsache begründet, dass derartige Wechselkursarrangements langfristig nicht tragbar sind. In jüngster Zeit allerdings mehren sich kritische Stimmen, die die Forderung der hollowing-out Hypothese in Frage stellen.

Zum einen wird bemängelt, dass die hollowing-out Hypothese einer genaueren empirischen Überprüfung nicht standhält. Signifikante Schwankungen der Devisenreserven sowie des nominalen und realen Zinsniveaus die36 Vgl.

Zum einen wurden nicht ausreichend viele Wechselkursregime unterschieden, zum anderen spiegelte diese Wechselkursklassifikation nicht das tatsächliche Verhalten der Länder wider. First, there is considerable ambiguity as to what the scheme is intended to measure…The second, and perhaps more important, shortcoming of the present classification scheme is that there are sometimes important differences between the official classification, based on members' formally announced regimes, and the actual, de facto, exchange rate arrangements followed by members.

Von einem Schwinden der Zwischenlösungen kann daher nicht die Rede sein. Fear of floating — or more generally, of large currency swings — is pervasive, particularly among EMs [emerging markets]. The supposedly disappearing middle accounts for the lion's share of country practices. Ihren Ergebnissen zufolge sind managed floating regimes aktuell das am meisten zu beobachtende Wechselkursarrangement. In other words, all of them have continued to manage their exchange rates … While all of these countries have moved along the exchange rate regime continuum, none of them have opted to jump to either of its extreme poles.

Vielmehr, wenn man überhaupt von einem Trend sprechen kann, hat sich in den letzten 10 Jahren die Zusammensetzung der Wechselkurskategorien fix, intermediär und flexibel zu Gunsten von Zwischenlösungen verschoben. Im Gegensatz zu anderen Untersuchungen beschreibt er nicht nur die Veränderung der Wechselkurskategorien zwischen zwei Zeitpunkten, indem er einen Anfangs- und Endzustand miteinander vergleicht.

Vielmehr versucht er den dynamischen Prozess zwischen diesen zwei Zeitpunkten zu erfassen, indem er von Jahr zu Jahr die Wahrscheinlichkeiten analysiert, mit denen von einem Wechselkurssystem zu einem anderen gewechselt oder das bisherige beibehalten wird. Auf der Grundlage von Markoff-Ketten 46, mit denen die Übergangswahrscheinlichkeiten der einzelnen Kategorien erfasst werden, prüft Masson dann, ob die Ecklösungen einzeln entweder fix oder flexibel bzw.

Da laut Masson die Vorgängerversion der IWF-Wechselkursklassifikation das tatsächliche Verhalten der Länder nur unzureichend spie44 Innerhalb der Zwischenlösungen unterscheiden Levy-Yeyati und Sturzenegger dirty floats und crawling pegs. Staaten, deren Wechselkurssystem nicht eindeutig klassifiziert werden kann, werden zu den inconclusives gezählt.

Conversely, periodic devaluations of pegs in inflation-prone countries are the result of the implementation of monetary policies that are inconsistent with fixed exchange rates and that make the effective regime resemble closely a flexible arrangement. Die Entwicklung des Systems kann mit Hilfe der Übergangswahrscheinlichkeiten zwischen den einzelnen Zuständen beschrieben werden. Im zweiten Fall wäre ein Wechsel von einem festen zu einem flexiblen Wechselkurssystem oder umgekehrt noch denkbar.

Allerdings ist der Übergang von einer der beiden Ecklösungen zu einer Zwischenlösung nicht mehr möglich. Aufgrund der Untersuchungsergebnisse kommt Masson zu dem Schluss, dass die Forderung der hollowing-out Hypothese nicht gestützt wird. Projecting transitions into the future does not produce such a hollowing out. The hypothesis that there are only transitions towards the two poles, and not towards the middle, can generally be overwhelmingly rejected The evidence of transitions thus suggests that intermediate regimes will continue to constitute an important fraction of actual exchange rate regimes.

Allerdings haben sie, basierend auf der aktuellen Wechselkursklassifikation des IWF und unter Einbeziehung weiterer Informationsquellen, eine eigene Wechselkursklassifikation entworfenen. Die Resultate der Studie zeigen auf, dass der Anteil intermediärer Wechselkursregime von bis zurückgegangen ist.

Darüber hinaus weist die Datenlage darauf hin, dass langfristig nicht, wie von der hollowing-out Hypothese postuliert, von einem Schwinden intermediärer Wechselkursregime auszugehen ist. Legt man nicht die offiziellen Angaben, sondern die tatsächlich verfolge Wechselkurspolitik der Länder zugrunde, wird durch oben angeführte Beiträge offenkundig, dass eine deutliche Diskrepanz zwischen einer laut hollowing-out Hypothese theoretisch optimalen Wahl des Wechselkursregimes und der tatsächlichen Performance der einzelnen Länder besteht.

Diese empirischen Studien werden zusätzlich gestärkt, wenn man zum einen bedenkt, dass in den letzten beiden Jahrzehnten im Zuge von Währungskrisen sowie IWF-Hilfsprogrammen Länder gezwungen wurden, Zwischenlösungen aufzugeben. Aktuelle Beispiele hierfür sind bereits in Südostasien zu finden.

Zum anderen sollte bedacht werden, dass in den letzten beiden Jahrzehnten eine Reihe neuer Staaten entstand. Aufgrund fehlender institutioneller Voraussetzungen sowie traditioneller Bindungen zu den ehemalig gemeinsamen Staatsgebieten, bot sich 49 21 rend die corner solutions, die von der Mehrheit der Ökonomen vertreten werden, eine Bewegung von der Mitte zu entweder strikt festen oder vollkommen flexiblen Wechselkursregimen fordern, halten die Staaten bei ihrer tatsächlich verfolgten Wechselkurspolitik oftmals an Zwischenlösungen fest.

Von einer empirischen Evidenz der hollowing-out Hypothese kann somit kaum die Rede sein. Ein zweites, von Kritikern der hollowing-out Hypothese angeführtes Argument lautet, dass diese These keine oder nur eine unzureichende theoretische Fundierung besitzt. Aus den Beobachtungen der Währungskrisen seit dem Jahr wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Art des Währungsregimes und dem Auftreten einer Krise abgeleitet.

Die Länder Mexiko , Thailand, Indonesien und Korea , Russland und Brasilien sowie die Türkei hatten bei der Entscheidung für ein adäquates Wechselkurssystem den Zwischenlösungen den Vorzug gegeben und waren sämtlich von Währungskrisen betroffen. Im Gegensatz dazu wurden Länder mit Ecklösungen, wie z. Each of these previously had shared its currency with neighbors.

The most severely affected countries all had de jure or de facto exchange rate pegs or otherwise substantially limited the movement of their exchange rates. In contrast, emerging market economies that maintained greater flexibility in their exchange rate regimes generally fared much better. Ein viertes aber wenig beachtetes Argument gegen Zwischenlösungen stammt von Frankel et al. Sie gehen davon aus, dass aufgrund fehlender Transparenz eine Überprüfung von de jure und de facto Wechselkurspolitik im Falle von Zwischenlösungen nur schwer möglich ist.

Aufgrund dieser Unsicherheit verlangen Investoren bei Devisengeschäften zur Kompensation einen Risikoaufschlag. Diese Zusatzkosten wären durch die Wahl von festen Ecklösungen zu vermeiden.

The model to support the proposition is yet to be designed. Eine Regierung muss sich demzufolge für ein Ziel und somit für eine flexible bzw. Vor allem in Schwellenländern gehen Regierungen, Banken und Firmen meist auf Dollar lautende Verbindlichkeiten ein, während ihre Einnahmen in der Regel in nationaler Währung erfolgen.

Zwischenlösungen suggerieren in dieser Situation scheinbar stabile Wechselkursbindungen, die zu einer Unterschätzung des Valutarisikos führen.

Erste sind derart anlegt, dass das Risiko einer Abwertung gänzlich eliminiert ist, bei letzteren ist das Wechselkursrisiko für alle Wirtschaftssubjekte so offensichtlich, dass sie adäquat vorbeugen.

I suspect this means that as capital market integration increases, countries will be forced increasingly to more pure floating or more purely fixed exchange rate regimes. Es wird dann deutlich werden, dass bei einer dynamischen Betrachtungsweise auch andere Schlussfolgerungen möglich sind. Roubini , Eichengreen oder Johnston, Darbar u. Velasco , Frankel et al. Policy makers tolerate some misalignments to avoid incurring the fixed political cost of adjustment.

Surprisingly, none currently exists, to our knowledge. Zum einen wird bemängelt, dass das tatsächliche Verhalten der Staaten nicht mit der hollowing-out Hypothese übereinstimmt.

Zudem steht neben der fehlenden empirischen Evidenz eine mangelnde theoretische Fundierung der corner solutions im Schussfeld der Kritik.

Es wird ein alternativer Ansatz zur Analyse der Wechselkurswahl entwickelt, aus dem hervorgeht, dass die beiden oben erwähnten Kritikpunkte nicht greifen und feste oder flexible Ecklösungen intermediären Wechselkursregimen vorzuziehen sind. Dieses Argument wird in nächstem Kapitel noch ausführlich erläutert. Sie bemängeln nicht nur die fehlende Fundierung der hollowing-out Hypothese, sondern vertreten die Auffassung, dass Ecklösungen theoretischen Überlegungen zufolge Zwischenlösungen unterlegen sind.

II 24 ger entgegen dem Postulat der hollowing-out Hypothese oftmals intermediären Wechselkursregimen statt Ecklösungen den Vorrang einräumen. Zugleich wird im Rahmen der hier neu entworfenen Herangehensweise zur Analyse der Wechselkursregimewahl aber auch deutlich, dass es für Staaten eigentlich ökonomisch sinnvoller ist, wenn als Wechselkurssysteme Eckstatt Zwischenlösungen eingerichtet werden. Einflussfaktoren der Wechselkursregimewahl 3.

Es stellt sich somit die Frage, warum bei der Suche nach einem adäquaten Wechselkurssystem intermediäre Regime in der Praxis den Vorzug gegenüber den empfohlenen corner solutions erhalten. Noch komplexer wird das Rätsel, wenn man berücksichtigt, dass in mehreren Fällen die offiziellen Wechselkursarrangements zwar zu Ecklösungen zu zählen sind, die tatsächlich verfolgte Wechselkurspolitik aber ein vollkommen anderes Bild darstellt und auf eine Politik im Sinne von Zwischenlösungen hinweist.

Um Antworten auf diese Fragestellung zu finden, wird in diesem Kapitel eingehend untersucht, welche Faktoren für die Wahl eines Wechselkursregimes von Bedeutung sind. Statt einer traditionellen Herangehensweise, die sich in der Regel auf rein ökonomische Faktoren beschränkt und normativ ausgerichtet ist, wird hier ein Ansatz verfolgt, der auf dem Gedankengut der Ökonomischen Theorie der Politik basiert.

Eine derartige Form der Analyse der Wechselkursregimewahl löst den scheinbaren Widerspruch zwischen dem Postulat der corner solutions und der tatsächlich verfolgten Wechselkurspolitik und stützt das theoretische Fundament der hollowing-out Hypothese.

Der Aufbau des Kapitels gliedert sich in folgende Abschnitte: Zu Beginn werden die Inhalte traditioneller normativ ausgerichteter Untersuchungen zur Klärung der Wechselkursregimewahl umrissen und kritisch beleuchtet Kap. Auf der Grundlage dieses Gedankengutes wird ein eigener Ansatz zur Erklärung der Wechselkursregimewahl entwickelt Kap.

Traditionelle Erklärungen zur Wahl von Wechselkursregimen 3. Jahrhundert wurde sowohl zwischen Politikern als auch unter Ökonomen gestritten, ob ein Silber-, Gold-Silber-, oder Goldstandard das am besten geeignete Wechselkursarrangement ist.

Daneben gab es Ökonomen, die die Vielfalt an Währungen an sich kritisierten und eine globale Einheitswährung postulierten. Stellvertretend sei John Stuart Mill genannt. So much of barbarism, however, still remains in the transactions of most civilized nations, that almost all independent countries choose to assert their nationality by having, to their own inconvenience and that of their neighbours, a peculiar currency of their own.

Letztendlich setzte sich der Goldstandard im Jahrhundert als international bedeutendestes Währungssystem durch und erlebte seine Blütezeit von bis Während der Zeit des Goldstandards gab es Teilperioden mit erheblichen Inflations- und Deflationstendenzen.

Es stand für eine Vielzahl der Länder zur Debatte, ob man zu einem Goldstandard zurückkehren — und wenn ja, mit welcher Parität zwischen nationaler Währung und der Gewichtseinheit Gold — oder ob flexiblen Wechselkursen der Vorzug eingeräumt werden sollte. Tatsächlich aber konnte sich Keynes mit seinen Forderungen genauso wenig durchsetzen wie Fisher und viele Länder kehrten zum Goldstandard zurück.

Im Zuge der weltweiten Depression kam es zu mehreren Abwertungsrunden, bei denen einzelne Länder im Sinne einer beggar my neighbour-Politik versuchten, ihre Unterbeschäftigung auf Kosten anderer Länder zu bekämpfen.

Es handelte sich um ein simultan auf Gold und Dollar basierendes System fester, aber anpassungsfähiger Wechselkurse. Mitte der 50er Jahre wuchs erneut die Kritik an dem Währungssystem. James Edward Meade dagegen forderte ein Wechselkurssystem, das den politischen Entscheidungsträgern eine flexiblere Handhabung der Wechselkurspolitik ermöglichen sollte als dies innerhalb der Regeln des Bretton Woods-Systems möglich war.

Eine eigenständige nationale Wechselkurspolitik erlaubte, Leistungsbilanzdefiziten mittels einer Abwertung und Inflationsgefahren mittels einer Aufwertung zu begegnen.

Im Rahmen dieser neuerlichen Debatte um das geeignete Wechselkurssystem entwickelte sich die Frage, unter welchen Bedingungen ein Wirtschaftsraum eher von den Vorzügen eines flexiblen Wechselkursystems profitierte und unter welchen Gegebenheiten eine gemeinsame Währung vorzuziehen war. Letzte Fragestellung führte zur Theorie der optimalen Währungsräume. Untersuchungsgegenstand dieses Aufsatzes sowie der Theorie der optimalen Währungsräume ist die Fähigkeit einer Volkswirtschaft, exogene asymmetrische Schocks ohne Einsatz des Wechselkursinstruments und nationaler Geldpolitik63 zu verarbeiten.

Man geht hierbei von einer keynesianisch geprägten Welt aus, in der nach unten rigide Nominallöhne und Preise verhindern, dass Ungleichgewichte durch den Marktmechanismus beseitigt werden. Die Theorie der optimalen Währungsräume entwickelt in diesem Kontext nun Kriterien, die aufzeigen, unter welchen Voraussetzungen der Verzicht auf den Wechselkurs als Anpassungsinstrument und somit die Teilnahme an einer Währungsunion für eine Volkswirtschaft möglich ist.

Bei Mundell dient der Grad der Mobilität der Produktionsfaktoren als entscheidendes Kriterium für die Abgrenzung eines optimalen Währungsraums. Kommt es in Folge eines asymmetrischen Nachfrageschocks in Form einer Nachfrageverlagerung zwischen zwei Ländern zu Arbeitslosigkeit im Land A und inflationären Tendenzen im Land B, kann etwa durch eine entsprechende Wanderung der Arbeitskräfte von Land A nach B das Beschäftigungs- und Inflationsproblem gelöst werden.

Early contributions focused on the conditions under which membership in a currency union was optimal as a function of various structural characteristics such as openness, labor mobility and size. Je offener eine Volkswirtschaft ist, desto eher wird eine Abwertung über den Anstieg der Importgüterpreise zu einer Erhöhung des Preisniveaus führen. Letzteres bewirkt bei gegebenem Nominaleinkommen eine Verminderung des Realeinkommens, so dass kompensierende Lohnerforderungen zu erwarten sind, die den Preisauftrieb zusätzlich verstärken.

Mit zunehmender Offenheit steigt somit die Wahrscheinlichkeit, dass eine durch nominale Abwertung gewonnene Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit durch einen Preisanstieg untergraben wird.

Für den Extremfall einer vollkommen geöffneten, kleinen Volkswirtschaft gilt: Als weiteres Kriterium zur Abgrenzung eines optimalen Währungsraums wird von Kenen der Grad der Produktdiversifikation vorgeschlagen.

Es wird argumentiert, dass mit zunehmendem Diversifikationsgrad die Wirkung eines sektoralen Schocks auf einen kleinen Teil der Volkswirtschaft beschränkt bleibt. Zugleich steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Wirkungen vieler Schocks auf der Makroebene neutralisieren.

Stark diversifizierte Volkswirtschaften machen eine Anpassung an sektorspezifische Nachfrageschocks über eine Wechselkursanpassung somit überflüssig und bilden nach Kenen einen optimalen Währungsraum.

Die Weiterentwicklung der Theorie der optimalen Währungsräume führte dazu, dass bis heute zahlreiche weitere Kriterien und länderspezifische Charakteristika herausgearbeitet wurden, die nicht mehr nur als Entscheidungshilfen für oder gegen die Bildung einer Währungsunion, sondern allgemeiner, für oder gegen die Fixierung des Wechselkurses, herangezogen werden.

Glaubwürdigkeit geringer die Glaubwürdigkeit von Politikern ist, eine solide Wirtschaftspolitik zu verfolgen. Inflationsrate höher und volatiler die Inflationsrate einer Volkswirtschaft ist. Eigene Darstellung 65 Siehe hierfür beispielsweise Magnificio , Holden u.

Rogoff , Eichengreen sowie Dohse, Krieger-Boden u. Ursprünglich ging man davon aus, dass ähnliche Preissteigerungsraten Voraussetzung für eine erfolgreiche Anbindung einer Währung sind.

Fleming , Harberler Seit Mitte der 80er Jahre dagegen wird vermehrt die Ansicht vertreten, dass v. Siehe hierzu den Abschnitt Stabilität versus Flexibilität. Holden Zudem werden diesen Ländern die institutionellen und administrativen Voraussetzungen abgesprochen, um ein eigenständiges flexibles Wechselkursarrangement errichten zu können. Man unterschied im Wesentlichen zwischen symmetrischen und asymmetrischen, realen und monetären sowie endogenen und exogenen Schocks.

Im Falle asymmetrischer nominaler endogener Schocks waren ebenso feste Wechselkursanbindungen vorzuziehen. Störungen am nationalen Geldmarkt sollten durch eine Veränderung der internationalen Reserven ausgeglichen werden. Im Gegensatz dazu ging man bei asymmetrischen monetären exogenen Schocks sowie bei asymmetrischen realen Störungen davon aus, dass ein flexibles Wechselkurssystem die bessere Wahl darstellte.

Aufgrund der Tatsache, dass verschiedene Arten von Schocks auftreten können, die eine unterschiedliche Flexibilität des Wechselkurses verlangen, kam man immer mehr davon ab, völlig fixe bzw. Das Argument hierfür lautete, dass derartige Wechselkurssysteme den politischen Akteuren ausreichend Handlungsspielraum einräumten, um situationsgerecht, in Abhängigkeit der jeweiligen Störung, eine Anbindung bzw.

Freigabe des Wechselkurses zu lancieren. Modigliani und Askari gelten als Vorreiter dieser Ansicht 71, die sich damals, wie folgende Zitate unterstreichen, zunehmend als wissenschaftliche 68 Vergleiche hierzu etwa Fischer , Boyer , Enders u. Lapan , Flood , Frenkel u. Aizenman sowie Turnvosky Verhaltensannahmen zu verschieden Resultaten. Siehe für eine weiterführende Betrachtung Melvin Meade in den 50er Jahren die Ansicht, dass die Gestaltung der Wechselkurspolitik situationsbezogen und flexibel zu handhaben ist.

Instead, some intermediate degree of flexibility is more likely to succeed in stabilizing the economy in response to random shocks. Eine Reihe von Ökonomen argumentiert, dass mit der Anbindung der eigenen Währung an eine harte Ankerwährung die Glaubwürdigkeit von Politikern wächst, eine geldwertstabile Geld- und Fiskalpolitik zu verfolgen und somit das Ziel der Preisniveaustabilität einfacher zu erreichen ist. Politiker, die sich im Rahmen einer Währungsanbindung auf ein nominales Wechselkursziel festlegen, können infolgedessen nur bedingt eine eigenständige Geld- und Fiskalpolitik betreiben und müssen ihre wirtschaftspolitischen Entscheidungen primär am nominalen Wechselkursziel ausrichten.

Die Tarifparteien werden ihre Forderungen an der Lohnentwicklung im Ankerwährungsland orientieren, was zu einer Angleichung der Preisentwicklung führt. Pagano , Calvo u. Feste Wechselkursregime sind in diesem Kontext zum einen dann sinnvoll, wenn Politiker nur eine geringe anti-inflation credibility besitzen. Eine Wechselkursanbindung würde in diesem Fall die Glaubwürdigkeit und somit die Erfolgsaussichten eines Stabilisierungsprogramms mit dem Ziel der Inflationsbekämpfung erhöhen IWF The kind of history is a symptom of lack of internal discipline for monetary policy.

Hence, to the extent that this lack of discipline tends to persist, such countries would benefit the most from the introduction of external discipline.

Entgegen der ursprünglichen Meinung, dass ähnliche Inflationsraten zwischen zwei Ländern die Voraussetzung für eine erfolgversprechende Wechselkurskursanbindung 77 seien, wird hier davon ausgegangen, dass es im Zuge eines Währungsankers zu einer Angleichung der Preissteigerungsraten kommt.

Gleichsam gilt es aber weiterhin zu beachten, dass durch eine Wechselkursanbindung im Falle eines negativen Schocks der Wechselkurs und die Geldpolitik als Steuerungsinstrument wegfallen. Die Debatte des geeigneten Wechselkursregimes wurde und wird daher vermehrt unter dem Gesichtspunkt des Zielkonfliktes aus Stabilität einerseits und Flexibilität anderseits analysiert.

In den 80er und zu Beginn der 90er Jahre empfahl man, diesem trade off mittels intermediärer Wechselkursarrangements zu begegnen und je nach Dringlichkeit eine Freigabe oder Fixierung des Wechselkurses zu lancieren.

Diese Ansicht hat sich heute grundlegend geändert. Im Zuge der Popularität der hollowing-out Hypothese wird von einer Vielzahl von Wissenschaft75 Hierbei nimmt mit zunehmender Wechselkursfixierung, angefangen von einem aktiven crawling peg und hin zu einer Währungsunion, die Glaubwürdigkeit zu. Giovanni sowie Alesina u. Bestehen dagegen neben der Geld- und Wechselkurspolitik alternative Anpassungsmechanismen zur Absorption von Störungen, sind diese Störungen eher selten und ermöglicht eine Wechselkursfixierung im Rahmen einer glaubwürdigen und geldwertstabilen Politik die Bekämpfung einer Hyperinflation, ist zu festen Ecklösungen zu raten.

Ein weiteres Kennzeichen dieser traditionellen Herangehensweise, bei der der Staat als eine Person gesehen wird, ist die Annahme, dass politische Entscheidungsträger bei perfekter Information vollkommene Handlungsfreiheit besitzen.

Die Ausführungen in Kapitel 3. Bredenkamp , Stockman sowie Mussa u. Aufgrund der Vielzahl und Unterschiedlichkeit der Erklärungsansätze führt eine Pauschalierung zwangsweise zu fehlerhaften Aussagen. Zweck der nachstehenden Ausführungen ist es vielmehr, die mehrheitliche Meinung und Ansicht widerzuspiegeln.

Leblang , Collins , Edwards , Frieden sowie Wise b. Aufgrund der Vielfalt der Kriterien und der oben beschriebenen Unklarheiten ist es dann oftmals schwierig eindeutige Schlussfolgerungen bezüglich der Wechselkursregimewahl zu ziehen.

Denn in der Regel spricht ein Teil der Kriterien für eine Wechselkursfixierung und ein anderer für ein flexibles Wechselkursarrangement. Sinken beispielsweise im Zuge einer Währungsunion die Transaktionskosten und das Wechselkursrisiko, wird der Umfang der Handelstransaktionen zwischen den betreffenden Staaten und somit auch der Grad der Offenheit anwachsen.

Hier wird von zahlreichen Ökonomen explizit davon ausgegangen, dass die Preissteigerungsrate mittels eines Wechselkursankers beeinflusst werden kann. Vergleiche hierzu den Abschnitt Stabilität versus Flexibilität im vorangegangen Kapitel. Zudem untersuchten in jüngeren Studien Alesina, Barro u.

Tenreyro sowie Frankel u. Rose die Auswirkungen einer Währungsunion auf den internationalen Handel. Zwei Auffassungen werden in diesem Zusammenhang vertreten: Zum einen wird die These vertreten, dass es zu einer Angleichung der Produktionsstrukturen kommt, so die Korrelation der Konjunkturzyklen zunimmt und die Wahrscheinlichkeit asymmetrischer Schocks sinkt. Demgegenüber steht die Auffassung, dass es zu einer Spezialisierung zwischen den Ländern kommt, so dass eher mit dem Auftreten asymmetrischer Schocks zu rechnen ist.

Viele Studien gehen von einer Zeitpunktbetrachtung aus. Eine einmal getroffene Entscheidung für ein bestimmtes Wechselkurssystem wird implizit als endgültig gesehen. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass wechselnde Rahmenbedingungen einer Veränderung der Wechselkurspolitik bedürfen und dies von politischen Akteuren zum Teil eingeplant ist.

Um den Prozess der Wechselkursregimewahl adäquat beurteilen zu können, ist daher eine Zeitraumbetrachtung notwendig. Ein weiteres gemeinsames Merkmal bisheriger Studien zur Wahl von Wechselkursregimen betrifft das methodische Vorgehen.

Ohne dies ausdrücklich anzuführen, folgen Studien zur Wechselkursregimewahl entweder, ähnlich wie die Naturwissenschaften, einer nomothetischen Herangehensweise oder, wie aus den Geisteswissenschaften bekannt, einem idiographischen Ansatz. Basierend auf diesem theoretischen Gerüst wird dann im Rahmen einer Querschnittsbetrachtung mit möglichst vielen Ländern der Einfluss der im Zuge der Theorie als relevant angesehenen Faktoren auf die Wahl von Wechselkursregimen getestet.

Zur empirischen Überprüfung werden meist bi- und multinominale Logit- bzw. Im Zuge einer beschreibenden und interpretativen Analyse über einen längeren Zeitraum wird anhand von Länderstudien der Einfluss der wichtigsten Determinanten der Wechselkursregimewahl dargestellt.

Die gewonnenen Erkenntnisse dienen als Anregung, die Wechselkursregimewahl in anderen Ländern unter ähnlichen Gesichtspunkten zu beleuchten. Beide Verfahren haben ihre Vor-, aber auch Nachteile.

Zu den Nachteilen bei quantitativen Verfahren zählt etwa, dass im Zuge von vereinfachenden Modellannahmen für einzelne Länder möglicherweise wichtige Eigenheiten vernachlässigt werden, so dass die Ergebnisse in 85 Es gibt auch Ausnahmen davon. Demgegenüber steht allerdings auch eine Reihe von Länderstudien.

Roett oder Frieden u. Pikkarainen , Collins , Cuddington u. Otoo , Edwards , Rizzo , Bernhard u. Leblang sowie Poirson Dieser Ansatz stellt eine vielversprechende Möglichkeit dar, politische und ökonomische Aspekte miteinander zu verbinden.

Im Rahmen der Ökonomischen Theorie der Politik, die zuweilen auch als Neue Politische Öko- 88 Bedauerlicherweise handelt es sich bei Wechselkursarrangements nicht um eine quantitativ messbare Variable.

In diesem Fall wäre eine Modellschätzung möglich, bei der länderspezifische Fixeffekte mittels fixed effect models auf der Basis von Paneldaten eliminiert würden.

Es sollen vielmehr für die hier vorliegende Arbeit wichtige Aspekte herausgegriffen werden. The subject matter of public choice is the same as that of political science. The methodology of public choice is that of economics.

Es setzt sich in diesem Zweig der Wirtschaftswissenschaften stattdessen die Erkenntnis durch, dass man zwischen normativ und positiv ausgerichteten Fragestellungen unterscheiden muss. So reicht es nicht aus festzustellen, wie der Staat sich verhalten sollte, vielmehr interessiert die Tatsache, wie er sich wirklich verhält. Eine Analyse des tatsächlichen politischen Handelns basiert hierbei auf folgenden Grundelementen Frey Ein weiteres wichtiges Grundelement der modern political economy ist der Ansatz des methodologischen Individualismus.

Dieser impliziert, dass die Handlungsträger Individuen und nicht Kollektive sind. Der Staat ist somit kein eigenständig agierendes Objekt, wie in der traditionellen Wirtschaftstheorie üblicherweise angenommen. Vielmehr wird staatliches Handeln als Ergebnis individuellen Handelns und der Interaktion von Akteuren im politischen Entscheidungsprozess gesehen. Die Annahme, dass Politiker — ebenso wie alle anderen Wirtschaftssubjekte — bestrebt sind, ihren eigenen Nutzen zu maximieren, ist noch eine sehr allgemeine und wenig eindeutige 92 Hierbei wird keineswegs unterstellt, dass der Akteur seine Entscheidung unter vollkommener Information trifft.

Im Gegenteil, die Welt ist viel zu komplex, als dass jeder Akteur allwissend handeln könnte. In vielen Situationen ist es sogar durchaus rational, sich nur unvollständig zu informieren, da der Erwerb von zusätzlichen Informationen hohe Kosten verursacht, aber nur einen geringen Nutzen erbringt rational ignorance. Dass infolgedessen ein Individuum nur eingeschränkt rational handelt, widerspricht jedoch nicht dem Postulat der Rationalitätsannahme.

Diese fordert nur, dass jeder Akteur die Handlungsalternative auswählt, die nach seinem Wissen entsprechend seiner Präferenzen seinen Nutzen maximiert.

Voraussetzung hierfür ist, dass sich eine Gruppe wie ein einzelner rational handelnder Akteur verhält Geddes In Bezug auf die Bedeutung und Optimierung einer sozialen Wohlfahrtsfunktion bemerkte er kritisch: Um politische Entscheidungen nachvollziehen zu können, bedarf es zudem einer genaueren Spezifizierung der Präferenzen politischer Akteure.

In der Ökonomischen Theorie der Politik wird in diesem Kontext zwischen folgenden zwei Ausrichtungen unterschieden: Diese Gedanken gehen im Wesentlichen auf Downs zurück und wurden in mehrfacher Weise ausgearbeitet und verfeinert. Auffassungen dieser Art werden in der Ökonomie unter dem Begriff Partisanentheorie zusammengefasst.

Die Anschauung, dass politische Akteure vor allem durch politischideologische Anschauungen geleitet werden, geht hierbei auf die Arbeiten von Kirschen et al.

Vereinfacht formuliert wird hierbei vermutet, dass linksstehende Parteien eher eine Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und eine Nivellierung der Einkommensverteilung ansteuern, während rechtsstehende Parteien primär eine angemessene Preissteigerungsrate anstreben. Während in diesen beiden Ansätzen, opportunistische Theorie und Partisanentheorie, den politischen Akteuren unterschiedliche Präferenzen unterstellt werden, müssen die Politiker jedoch in beiden Fällen die Notwendigkeit der Wiederwahl beachten.

Denn ohne an der Macht zu sein, können sie nicht auf die Realisierung ihrer persönlichen Ziele — unabhängig davon, ob sie ideologischer oder selbstsüchtiger Natur sind — hinarbeiten. In vorliegender Arbeit wird daher von folgender These ausgegangen: Zumindest werden sie Handlungen vermeiden, die ihre Wiederwahl gefährden könnten. Die Behauptung, dass Politiker primär interessiert sind, ihre Amtsgewalt zu manifestieren, bezieht sich nicht nur auf demokratische Regierungssysteme, sondern trifft auch auf von Alleinherrschern regierte Länder zu.

Denn selbst, wenn die Machtstellung der Regierenden in Diktaturen bzw. Monarchien relativ gesichert scheint, sind Alleinherrscher nicht gegen die Gefahr gefeit, aus dem Amt enthoben zu werden. Sie werden daher — je nachdem wie schwach oder stark ihre Legitimation und oder Gewaltherrschaft ist — mehr oder weniger darauf achten, ob politische Entscheidungen das Fundament ihrer Macht stärken oder schwächen. Um politisches Handeln erklären zu können, muss man neben den persönlichen Präferenzen eines Akteurs auch die Restriktionen, die auf ihn einwirken, berücksichtigen.

Wenn ein Individuum anders als in der Vergangenheit handelt, kann dies bei gleichbleibenden Präferenzen nur durch eine Neukonzeption des Handlungsraumes begründet sein. Bei der Analyse von Haushaltsentscheidungen bilden etwa das verfügbare Einkommen und die relativen Güterpreise die wichtigsten Einschränkungen für die Festlegung des nutzenmaximalen und somit optimalen Konsumbündels.

Dies liegt zum Teil darin begründet, dass politische Entscheidungen nicht nur die politischen Akteure, sondern auch die Allgemeinheit selbst berühren. If that were not so it would be impossible for different parties to adopt exactly or mostly exactly the same program. Yet this happens as everyone knows. Zudem hat uns die Geschichte lateinamerikanischer Diktaturen gezeigt, dass im Falle eines ökonomischen Versagens die Gewaltherrschaft dem Ende entgegen geht. Exemplarisch seien hier die Bedeutung des Parteiensystems, der Einfluss von Interessengruppen oder der Bürokratie genannt.

Die wirtschaftliche Entwicklung wiederum ist eine wichtige Determinante für den politischen Erfolg. Die Wählerschaft wird eine amtierende Regierung nur weiterhin unterstützen, wenn ein Staat eine positive volkswirtschaftliche Entwicklung vorweist oder zumindest erwarten lässt.

Diese These ist nicht nur für demokratisch regierte Länder, in denen die Regierungen bei jeder Wahl an der aktuellen Wirtschaftslage gemessen werden, gültig. Auch für viele diktatorisch geführte Länder trifft diese Behauptung zu. Breyer sowie Mueller Andere Ökonomen dagegen betonen bei der Analyse der Wechselkursregimewahl etwa die Bedeutung von Interessengruppen, wobei in neueren Untersuchungen v.

Vergleiche hierzu beispielsweise Frieden, Ghezzi u. Stein , Jaramillo, Steiner u. In vorliegender Arbeit wird der Einfluss von Interessengruppen vernachlässigt, da dieser im Falle von Brasilien, das in vorliegender Arbeit detailliert untersucht wird, bei der Gestaltung der Wechselkurspolitik keine Rolle spielt. Insbesondere stellt sich hierbei in Bezug auf die Wahl des Wechselkursregimes die Frage, inwieweit der Wechselkurs als wirtschaftspolitisches Instrument effektiv eingesetzt werden kann.

Einen Überblick über die politische Entscheidungssituation der Wechselkursregimewahl, in der sowohl handlungs- als auch strukturtheoretische Aspekte berücksichtigt werden, liefert Abb. Ziele politischer Akteure Opportunistisches Verhalten?

Financing is clearly a major restriction for an increase in much needed productive capacities. Real interest rates are high, the share of non-performing loans is large and credit growth is weak. Most of the countries need strong investment in transport infrastructure, both to connect internally as well as to connect across borders. Some also need substantial investment in their ailing energy infrastructure. Additional support for foreign direct investment could quickly generate new production capacities and transfer of technology.

Given that most of the Western Balkan economies have either unilaterally adopted the euro or have pegged their currency to the euro, monetary and exchange rate policy is not available as a tool to foster competitiveness. An alternative option would be to support social partnership and a cooperative incomes policy that aims to orientate itself at full employment, productivity gains and inflation. For some of the more developed economies, investment into a dual system of vocational education could be costly but beneficial.

Lower priced measures that in part could also be implemented more quickly include the following policies: An administrative reform should aim at increasing the absorption capacities of EU support funds in order to identify and co-finance the most advantageous projects. A quick solution of the dragging issue of non-performing loans could cause a much needed improvement in credit activity. Indikatoren der Wettbewerbsfähigkeit im regionalen Vergleich Wettbewerbsfähigkeit auf internationalen Märkten Einschätzung bisheriger Politiken im regionalen Vergleich Politikbereiche mit regionalem Kooperationspotential Reformbedarf in der Kreditgewährung und im Bankensektor Ziel und Stellung der Untersuchung Die Bedeutung der Kreditfinanzierung für die Innovationstätigkeit in der Westbalkanregion Gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Kreditfinanzierung und ihre Triebkräfte Die Dimension des Problems notleidender Kredite Kapitalzuflüsse und reale Aufwertung Überblick über die Entwicklung Empirische Analyse und Diskussion der Ergebnisse Integration in Produktionsnetzwerke und Entwicklungen im Güterhandel Intra-industrieller Handel und Integration in internationale Produktionsnetzwerke Exportperformance des produzierenden Gewerbes Exporte und relative Qualitätsverbesserungen Die Wettbewerbsfähigkeit des Dienstleistungs-sektors in den Westbalkanländern.

Entwicklung handelbarer und nicht-handelbarer Dienstleistungssektoren Eine Analyse der Investitionsprojekte für das Jahr zeigt folgende Branchenaufteilung Arbeitsmarkt und Migration in den Westbalkanländern Länderanalyse Bosnien und Herzegowina Analysen zu Kapitel Marktfinanzierung ungewichtete Durchschnittswerte der Perioden Indikatoren der Wettbewerbsfähigkeit im regionalen Vergleich Die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft sollte unter anderem dazu verbessert werden, um den Wohlstand der Gesellschaft so weit als möglich zu erhöhen.

Dabei erscheint es im historischen Rückblick als vorteilhaft, ein stetiges Wirtschaftswachstum bei annähernd ausgeglichener Leistungsbilanz zu erreichen, um nicht allzu sehr dem Einfluss der extrem volatilen internationalen Finanzmärkte ausgesetzt zu sein. Die Länder des Westbalkans haben in ihrer wechselvollen Geschichte schon mehrmals Perioden des raschen, von Fremdkapital getriebenen Aufschwungs und des ebenso schnellen wirtschaftlichen Niedergangs nach dem Versiegen des ausländischen Kapitals erlebt.

Darüber hinaus wurde das Wirtschaftssystem mehrfach grundlegend transformiert. Auch trugen die instabilen wirtschaftlichen Gegebenheiten zu starken sozialen Spannungen und bewaffneten Konflikten bei, was wiederum tiefgreifende Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung hatte. Dieser Vergleich erfolgt unter der Annahme, dass Deutschland für die kleinen, offenen Volkswirtschaften Mittel-, Ost- und Südosteuropas die Produktivitäts- und Technologieführerschaft innehat und auch als wichtiger Absatzmarkt den Rahmen der möglichen wirtschaftlichen Entwicklung vorgibt.

Waren die er Jahre für die meisten Westbalkanländer noch durchwachsen, stellten die er und er Jahre Perioden starken Aufschwungs dar, welcher zuletzt aber immer mehr mit Hilfe ausländischer Kredite finanziert wurde. Der herbe internationale Zinsanstieg im Gefolge der zweiten Ölkrise führte zu einem massiven Anwachsen der Auslandsverschuldung und einer erzwungenen Rücknahme der inländischen Nachfrage zum Ausgleich der Leistungsbilanz.

Die er Jahre waren am Westbalkan von einem stetigen wirtschaftlichen Niedergang geprägt und führten zuletzt zu einer Krise des Wirtschaftssystems und dessen Transformation, sowie ab Anfang der er Jahre zu einer Reihe von bewaffneten Konflikten und ökonomischem Verfall. In den er Jahren verhalf die Hochblüte der liberalisierten Finanzmärkte zu starken ausländischen Kapitalzuflüssen, meist in Form von ausländischen Direktinvestitionen und billigen Krediten.

Der Zusammenbruch der internationalen Finanzmärkte am Ende des letzten Jahrzehnts führte auch am Westbalkan einmal mehr zu einer radikalen Trendumkehr. Wie es in diesem Zusammenhang, vor und nach Ausbruch der jüngsten Weltwirtschaftskrise, um die Wettbewerbsfähigkeit der Westbalkanländer bestellt ist, soll in weiterer Folge mit einer Vielzahl von relevanten Kennzahlen ergründet werden.

Ebenso sollen wirtschaftspolitische Indikatoren anzeigen, inwieweit die Verantwortlichen dazu beitragen, längerfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Länder am Westbalkan zu verbessern. In der Regel handelt es sich um traditionelle Wettbewerbsindikatoren aus den für vergleichbare Analysen typischen Bereichen: Wettbewerbsfähigkeit auf internationalen Märkten; Qualität öffentlicher Institutionen; Qualität öffentlicher Infrastruktur; Ausbildung und Forschung; Arbeitsmarkteffizienz und Entwicklung des Finanzmarktes.

Auch wird danach getrachtet möglichst keine intransparenten, aus mehreren Subindikatoren bestehende, Indizes zu verwenden, um eine einfache Interpretierbarkeit sicher zu stellen. Ebenso wird darauf geachtet die Anzahl der auf Meinungsumfragen basierenden Kennzahlen möglichst gering zu halten und stattdessen genau messbare Informationen zu sammeln.

Mit Rücksicht auf die dargestellten Auswahlkriterien kann 1 Generell hat sich die Qualität der Statistiken am Westbalkan in den letzten Jahren stark verbessert. Hier fehlt es in der Regel an Verteilungsrechnungen des Bruttoinlandsproduktes sowie an der Input-Output-Rechnung mit deren Hilfe man zum Beispiel neben den Bruttoexporten auch Wertschöpfungsexporte berechnen könnte. Darüber hinaus sind gerade die kleineren Länder der Region oftmals nicht in allen Rankings und Umfrageerhebungen eingebunden.

Ein dauerhaftes Leistungsbilanzdefizit geht in der Regel mit einer längerfristig unhaltbaren Auslandsverschuldung einher, während ein struktureller Leistungsbilanzüberschuss meist zu langfristig uneinbringlichen Forderungen gegenüber dem Ausland führt. Dementsprechend gilt eine Tendenz zu einem ausgeglichenen Saldo der Leistungsbilanz als erstrebenswert.

Einzig Mazedonien und Kroatien hatten schon vor dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise ein etwas niedrigeres Niveau des Leistungsbilanzdefizits.

Die Reduktionen des Leistungsbilanzdefizits der letzten Jahre in den übrigen Westbalkanländern haben zumeist ähnliche Ursachen. Dies erfolgte aber im Wesentlichen durch eine Ausweitung der Exporte, wie auch aus Abbildung 1. Am anderen Ende der Skala liegt der Kosovo, welcher kaum über nennenswerte Güterexporte verfügt.

Am meisten zulegen in der Region konnte Serbien, mit einem Plus von fast 15 Prozentpunkten zwischen und Dies liegt unter anderem an einem Ausbau der Kapazitäten der Fiat-Autoproduktion in Serbien, was auch aus der Statistik der Exporte von Maschinen und Fahrzeugen ersichtlich wird siehe Abbildung 1.

Während dieser technologiegetriebene Sektor den Kern der deutschen Industrie sowie jener der NMS 5 bildet, ist der Maschinen- und Fahrzeugbau in den Westbalkanländern fast inexistent. Ein Wert der jüngst auch von Mazedonien erreicht wird, wo sich mehrere Produzenten von Autoteilen angesiedelt haben. Nichtsdestoweniger ist in den meisten Fällen, abgesehen von einer quantitativen Ausweitung, auch eine qualitative Aufwertung der Exporte erkennbar, wie auch Abbildung 1.

Dies deutet auf eine positive Dynamik der Wettbewerbsfähigkeit der meisten Westbalkanländer auf den internationalen Märkten hin, wie es insbesondere auch der konkurrenzstarke Markt der EU ist. Ausnahmen sind Montenegro und Kroatien. Ersteres hat zwischen und bei stark steigenden Lohnstückkosten Anteile am EUMarkt verloren. Letzteres hat gar bei fallenden Lohnstückkosten Marktanteile in der EU verloren.

Dies ist insbesondere eine Folge des depressionsbedingt geringen Lohnwachstums und der Tatsache, dass der Produktivitätszuwachs ebenso gering, aber doch ein wenig höher ausgefallen ist, was zu einem guten Teil dem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit geschuldet ist.

The Doing Business project. Eine Alternative zu einer flexiblen Wechselkurspolitik wäre eine aktive Einkommenspolitik. Zumeist aber scheitert diese am Westbalkan aufgrund schlecht organisierter Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände und einer generell wenig kooperativen Sozialpartnerschaft. In allen Westbalkanländern, mit Ausnahme Montenegros, konnte der Zeitverbrauch beim Export gesenkt werden.

In der Region ist die Situation aber nur in Serbien und Mazedonien halbwegs vergleichbar mit dem Zeitverbrauch in Deutschland. Die horizontalen und vertikalen Linien, auch in der Exportkostenabbildung, beschreiben die regionalen Medianwerte. Schuld an dem vergleichsweise hohen Zeitverbrauch und den Kosten beim Export sind zum einen sicherlich die schwerfällige Bürokratie und geringe Organisationseffizienz am Westbalkan, aber auch die verbesserungswürdige Transportinfrastruktur.

Sie zeigt, dass der seinerzeitige EU-Beitrittskandidat Kroatien im Schnitt die höchsten Wertungen nahe am Niveau des international besten Verfahrens hatte.

Darauf folgten die aktuellen Beitrittskandidaten Mazedonien, Serbien, Montenegro und Albanien während die potentiellen Beitrittskandidaten Bosnien-Herzegowina und Kosovo entsprechend zurücklagen. Dazu findet sich im nächsten Abschnitt eine Reihe relevanter Indikatoren. In einer Auflistung von Wettbewerbsindikatoren dürfen demnach gerade diese Gradmesser nicht fehlen.

Dabei sollte aber bedacht werden, dass die Frage der Exogenität der Institutionen im Verhältnis zur wirtschaftlichen Entwicklung nicht endgültig beantwortet werden kann und die Kausalität durchaus in unterschiedliche Richtungen laufen kann. So sind in Abbildung 1. Da es sich um Daten aus Umfragen unter Führungskräften handelt, ist die Vergleichbarkeit über Länder und Zeit nur eingeschränkt möglich.

Ein ähnlicher Indikator aus gleicher Quelle, zur Unabhängigkeit des Justizwesens, ist in Abbildung 1. Während sich auch hier die Lage in den Vergleichsländern über die letzten Jahre vermeintlich verschlechtert haben soll, können die meisten Westbalkanländer mit einer substantiellen Verbesserung der Unabhängigkeit der Justiz aufwarten.

The Worldwide Governance Indicators project. Diese, von der Weltbank erhobenen Daten sind Aggregate aus einer Vielzahl von Umfragen von Unternehmen, Bürgern und Experten und gehören wohl zu den vertrauenswürdigsten Institutionenindikatoren. Die anderen Länder der Region sind noch weit abgeschlagen, konnten aber zumeist eine deutliche Verbesserung der staatlichen Leistungsfähigkeit in den letzten Jahren verbuchen.

Der Indikator zur regulatorischen Qualität reflektiert die Wahrnehmung der Fähigkeit der Regierung, gute Politik zu formulieren und zu implementieren, sowie ein Regelwerk zu schaffen, welches die Entwicklung des Privatsektors erlaubt und fördert. Nur Kroatien steht in diesem Indikator noch um einiges weiter entfernt von den NMS-5 als im vorherigen. Für das durchschnittliche Westbalkanland scheint jedoch zu gelten, dass die Qualität des Regelwerkes besser als die Qualität der Verwaltung des selbigen ist, sich aber beides stetig verbessert.

Mit der vergleichsweise schlechten Qualität der öffentlichen Verwaltung geht auch das als hoch wahrgenommene Niveau der Korruption einher. Im bekannten Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International rangieren die Westbalkanstaaten unisono hinter den NMS-5, welche als weniger korrupt eingestuft werden siehe Abbildung 1. Aber auch bei diesem Indikator haben sich die meisten Länder des Westbalkans in den letzten Jahren stark verbessert.

Neben der Bereitstellung hochqualitativer Institutionen hat der Staat auch für eine gute physische Infrastruktur zu sorgen. Diese lässt sich, wie im folgenden Abschnitt beschrieben, um einiges exakter messen als die Güte der Institutionen. Eine bessere Anbindung an internationale Infrastrukturnetzwerke ermöglicht darüber hinaus einen leichteren Zugang zu ausländischen Märkten.

Eurostat, eigene Extrapolationen und Schätzungen. Hier konnten trotz Krise alle Westbalkanländer zuletzt höhere relative Investitionsausgaben erreichen als Deutschland. Bei den Eisenbahnbauinvestitionen siehe Abbildung 1. Die meisten Westbalkanländer investieren so gut wie gar nichts in den Ausbau des Schienenverkehrs. Hier besteht sicherlich Handlungsbedarf, zumal viele der vom Westbalkan exportierten Güter wie Rohstoffe und verarbeitete Metalle sich sehr gut für den Schienentransport eignen.

Die Versorgung mit elektrischer Energie ist in den meisten Ländern des Westbalkans im Wesentlichen sichergestellt, auch wenn es gelegentlich zu Stromausfällen kommt. Auch wenn sich hier die Lage zuletzt etwas verbessert hat, so brauchen beide Länder noch substantielle Investitionen in eine diversifizierte Stromgewinnung und ein modernes Verteilernetzwerk, sowie leistungsstarke Anbindungen an die Netzwerke der Nachbarstaaten.

Neben den wichtigen Investitionen in das physische Kapital eines Landes sind auch Investitionen in das Humankapital einer Volkswirtschaft von Bedeutung. Der nächste Abschnitt beschäftigt sich demzufolge mit Fragen von Ausbildung und Forschung.

Tatsächlich lässt sich aber in empirischen Wachstumsmodellen dieser Zusammenhang oft nicht nachweisen, vermutlich auch weil die Messung der Qualität von wirtschaftsrelevanter Ausbildung und Forschung höchst ungenau ist.

Knowledge Assessment Methodology Deren Ausbildungsindex speist sich aus den Informationen zu durchschnittlichen Schulausbildungszeiten sowie Bruttoeinschreibungsanteilen in der sekundären und tertiären Ausbildung siehe Abbildung 1. Ein Innovationsindex errechnet sich aus bevölkerungsgewichteten Daten zu empfangenen und bezahlten Lizenzgebühren, bewilligten US-Patenten und Artikeln in wissenschaftlichen und technischen Fachzeitschriften siehe Abbildung 1. Die meisten Länder der Region konnten längerfristig ihre Positionen sowohl bei der Ausbildung als auch bei der Innovation verbessern.

Bevölkerung, in Vollzeitäquivalenten 0 Quelle: Die Daten zu den Einschreibungen in die technische und berufsausbildende höhere Sekundärausbildung in Prozent der relevanten Bevölkerungskohorte siehe Abbildung 1. Noch erstaunlicher ist, dass die Anzahl der Lehrer in der technischen und berufsausbildenden höheren Sekundärausbildung pro Personen der relevanten Bevölkerungskohorte siehe Abbildung 1.

Während Kroatien ansatzweise mit den NMS-5 mithalten kann, erscheinen die anderen Westbalkanländer weit abgeschlagen. Allgemein lässt sich sagen, dass selbst bei punktuell starken Anstrengungen der Westbalkanstaaten im Bereich von Ausbildung und Innovation das Ergebnis an einsetzbarem Humankapital, beispielsweise in Form von Forschern und Technikern, in der Regel eher bescheiden ist.

Deshalb beschäftigt sich dieser Abschnitt mit Fragen der Arbeitsmarkteffizienz in den Bereichen Angebot und Struktur der Arbeitskraft, Beschäftigungsmöglichkeiten und der potentiellen Rolle von sozialpartnerschaftlichen Institutionen. Das Heer der Arbeitslosen ist am Westbalkan traditionell enorm.

Spätestens seit dem Unterzeichnen des Anwerbeabkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Jugoslawien erstreckt sich für viele Menschen vom Westbalkan der Arbeitsmarkt auf ganz Mitteleuropa und darüber hinaus. Gewichtige Ausnahmen bilden Kroatien und Serbien, wo die Arbeitslosenrate auch weiter angestiegen ist.

Ein Faktor hinter den, trotz Krise, stagnierenden Arbeitslosenraten ist die bestenfalls stagnierende Bevölkerungsentwicklung in der Region. Zusammen mit starken Alterungsprozessen ergibt das eine leichte Entspannung am Arbeitsmarkt. Wenn auch in viel geringerem Umfang, verglichen mit den er Jahren, bleibt die Migration ein weiteres wichtiges Ventil zur Entlastung der lokalen Arbeitsmärkte. Aufgrund von Brüchen in den statistischen Zeitreihen insbesondere in Serbien und Montenegro sowie des verspäteten Beginns dieser Erhebungen in Bosnien und Herzegowina und Albanien ist ein Vergleich über eine längere Zeitperiode erst ab möglich.

Eine detailliertere Arbeitsmarktanalyse findet man in Kapitel 7. Die Anteile der Gastarbeiterüberweisungen am BIP sind in der gesamten Region ausgesprochen hoch und liegen in Bosnien-Herzegowina und im Kosovo sogar im zweistelligen Bereich, allerdings mit stark fallendem Trend.

Vielerorts dienen die Gastarbeiterüberweisungen auch als Substitute für mangelhafte Sozialleistungen des Staates und sind oft der Motor der lokalen Bauwirtschaft. World Development Indicators, eigene Extrapolationen. Neben der Migration dient auch die weitverbreitete Subsistenzlandwirtschaft als Entlastungsbecken des prekären Arbeitsmarktes und kann zu einem guten Teil als versteckte Arbeitslosigkeit eingestuft werden. Daten zur Beschäftigung in der Landwirtschaft Abbildung 1. Im Falle Montenegros gibt es kaum nennenswerte landwirtschaftliche Flächen, und auf dem Amselfeld, dem zentralen Becken des Kosovo, hat sich ein durchgehender suburbaner Raum etabliert.

In diesen beiden Ländern besteht ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Beschäftigten im Dienstleistungssektor, wo Gastronomie und Kleinhandel eine ähnliche Funktion wie die Subsistenzlandwirtschaft haben.

Ein weiterer Indikator für das Überangebot an Arbeit, das vom zu kleinen offiziellen Wirtschaftssektor nicht aufgenommen werden kann, ist der Anteil der Selbständigen an der Gesamtbeschäftigung Abbildung 1. Dieser Indikator wird auch gerne als Gradmesser für die Verbreitung der Schattenwirtschaft verwendet. Es kann also in den meisten Fällen von Volkswirtschaften gesprochen werden, die zu einem gewichtigen Teil noch immer in Produktionsverhältnissen mit konstanten Skalenerträgen und geringem Potential für Produktivitätsgewinne verhaftet sind.

Aus dem Überangebot an freier oder prekärer Arbeitskraft erklärt sich auch, dass das Heuern und Feuern in den Betrieben des Westbalkans vom Arbeitgeber vergleichsweise flexibel gehandhabt werden kann. Eurostat und nationale Statistiken. Kosovo bezieht sich auf statt Ein erhöhter Grad sozialpartnerschaftlicher Kooperation und zentralisierter Lohnsetzung könnte zu einer effizienteren Einkommenspolitik führen, welche gerade die stark euroisierten Westbalkanländer unterstützen könnte, preislich und qualitativ auf den internationalen Gütermärkten zu bestehen und verstärkt Arbeit in der offiziellen Wirtschaft zu schaffen.

In Ländern, in denen sozialpartnerschaftliche Institutionen besser ausgebaut sind, führen diese zu gemeinsamen Anstrengungen der Sozialpartner auch in Bereichen wie Training und Schulungen, zu effizienterer Arbeitsmarktvermittlung und auch zu einer Einbindung von Lohnpolitik in den Gesamtzusammenhang makroökonomischer Politik.

Sicher ist es richtig, dass die ausländischen Banken vielerorts das Finanzwesen fast aus dem Nichts heraus modernisiert haben. So sind in den letzten Jahren Bankautomaten wie Pilze aus dem Boden geschossen und haben mancherorts bereits eine ähnliche Dichte wie in den NMS erreicht siehe Abbildung 1.

Durch den europaweiten Prozess des Schuldenabbaus, neue erforderliche Mindestkernkapitalquoten und ein gesteigertes Risikobewusstsein wird Kapital in der Peripherie eher abgebaut und strömt verstärkt aus der Peripherie in die Zentren der Finanzwirtschaft.

Das Wachstum der Bankkredite Abbildung 1. Die durchschnittlichen, realen Kreditzinssätze Abbildung 1. Die kosovarischen Realzinsen haben sich zwar im Vergleich zu fast halbiert, sind aber noch fast im zweistelligen Bereich beheimatet. Bei den aktuellen, niedrigen Wirtschaftswachstumsraten erscheinen diese Zinssätze als vollkommen unhaltbar.

In diesem Zusammenhang ist es wenig verwunderlich, dass das Niveau der notleidenden Kredite kontinuierlich anwächst Abbildung 1. Es handelt sich um Kredite, bei welchen die Zins- oder Tilgungszahlungen seit mindestens 90 Tagen in Verzug sind. Dieser Sachverhalt ist auch aus einer Umfrage des World Economic Forum ersichtlich, wonach es fast überall in der Region viel schwieriger geworden ist, an Risikokapital zu gelangen Abbildung 1.

Dabei handelt es sich allerdings um einen Trend, der auch in anderen Teilen Europas vorherrscht. Aus dem obigen wird ersichtlich, dass die mangelnde Leistungsfähigkeit des Finanzmarktes am Westbalkan eine der wesentlichen Engpässe auf dem Weg zu erhöhter Wettbewerbsfähigkeit ist.

Ein signifikanter Anstieg privater Investitionen in die Ausweitung von Exportkapazitäten ist ohne ausreichende Kredite des Bankensektors, allein aus dem Cashflow heraus, nur schwer vorstellbar.

An einer oder mehreren Stellen des Teufelskreises aus schwachem Wirtschaftswachstum, steigenden Zahlen fauler Kredite, höheren Zinsen und geringerer Kreditvergabe wird die Wirtschaftspolitik ansetzen müssen. Es ist kein Trost, dass sich in diesem Teufelskreis, neben den Westbalkanländern, auch noch eine ganze Reihe weiterer peripherer europäischer Ökonomien befinden.

Eine unserer Schwerpunktanalysen beschäftigt sich in weiterer Folge gezielt mit dem Zugang zu Investitionskrediten. Dort erfolgen eine detaillierte Darstellung der Leistungsfähigkeit des Finanzsektors am Westbalkan und eine Evaluierung des Reformbedarfs in der Kreditgewährung und im Bankensektor. Einschätzung bisheriger Politiken im regionalen Vergleich Im Folgenden sollen überblicksweise wesentliche wirtschaftspolitische Instrumente der sieben Volkswirtschaften des Westbalkans hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit dargestellt und beurteilt werden.

Montenegro und Kosovo haben unilateral den Euro übernommen, Bosnien-Herzegowina hat ein fixes Currency Board gegenüber dem Euro eingerichtet, und Kroatien und Mazedonien halten in einem engen Band einen fast fixen Wechselkurs zum Euro. Somit konnten auch nur diese beiden Länder über die Krisenperiode hinweg durch eine Abwertung der Landeswährungen gegenüber dem Euro siehe Abbildung 1.

Über die letzten Monate hinweg haben aber sowohl der albanische Lek als auch der serbische Dinar nur geringe Schwankungen zum Euro gezeigt. Gerade für kleine, offene Volkswirtschaften wäre das Instrument der Wechselkursabwertung sehr geeignet, um auf einfachem Wege mangelnde preisliche Wettbewerbsfähigkeit zu beseitigen und damit die Leistungsbilanz auszugleichen. Es ist aber anzunehmen, dass in den meisten Ländern der Region Löhne und Pensionen nicht an den Euro gekoppelt sind und Abwertungen somit nicht notwendigerweise sofort durch steigende Inflation neutralisiert werden würden.

Nichtsdestoweniger ist es vermutlich kein Zufall, dass gerade in jenen beiden Ländern Albanien und Serbien , die in der Krise nominell abwerten konnten, auch die notleidenden Kredite4 den höchsten Anteil an den Gesamtkrediten aufweisen Abbildung 1. Ein weiterer Parameter zur Risikoabschätzung einer Abwertung ist neben der Währungsstruktur auch das Volumen der gesamten Kredite Abbildung 2. Diese ist in der gesamten Region, von recht niedrigem Niveau ausgehend, in den letzten Jahren stark angestiegen und 4 Kapitel 3 zum Reformbedarf in der Kreditgewährung und im Bankensektor beschäftigt sich unter anderem auch mit der Frage wie mit den notleidenden Krediten umzugehen ist.

Das Verhalten der Zentralbanken am Westbalkan ähnelt der Maximin-Regel bei Entscheidungen unter Ungewissheit, wobei Alternativen nur anhand des jeweils schlechtesten Ergebnisses verglichen werden und somit andere mögliche Ergebnisse einer Alternative nicht in Betracht gezogen werden.

Diese Konstellation verdammt die handelnden Akteure dazu, möglichst konservativ zu agieren und kein Risiko einzugehen, obwohl klar ist, dass die gegenwärtigen Entwicklungen langfristig nicht haltbar sind.

Das zeigt sich auch im gegenwärtigen Zinsniveau. Die realen Kreditzinsen Abbildung 1. Selbst die nominellen Leitzinssätze Abbildung 2. Alles in allem ist in nächster Zeit auch weiterhin mit einer eher restriktiven Geldpolitik und nicht mit kontrollierten Abwertungen in der Region zu rechnen.

Eine die Wettbewerbsfähigkeit steigernde Unterstützung exportierender Firmen und einheimischer Firmen auf dem Binnenmarkt muss daher realistischer Weise mit wirtschaftspolitischen Substituten zu einer nominellen Abwertung der Landeswährungen6 zu erbringen sein.

Ein solches Substitut, fiskalischer Art, wird im folgenden Abschnitt dargestellt. Am ehesten hat Kroatien insbesondere ausgabenseitig eine Tendenz hin zu restriktiver Fiskalpolitik gezeigt.

Sowohl ausgabenseitig als auch einnahmen seitig expansiv war beispielsweise Mazedonien. Taylor, optimale Zinssatz ergibt sich aus der Summe der aktuellen Inflationsrate, der Rate des Inflationsziels, sowie dem Outputgap und dem Inflationsgap, welche beide mit 0,5 gewichtet werden.

Auf der vertikalen Achse findet sich die Veränderung der indirekten Steuereinnahmen insbesondere Umsatzsteuern in Prozent des BIP zwischen den Jahren und , ebenfalls in Prozentpunkten.

Unter der Annahme, dass sich der durchschnittliche nominelle Besteuerungssatz nicht verändert, sollte, unabhängig von der konjunkturellen Lage, der Anteil der Staatseinnahmen recht stabil bleiben7. Dies entspricht einem fiskalisch passiven Verhalten, welches sich in der Abbildung bei Werten um den Nullpunkt manifestiert. Senkungen der Staatseinnahmen Quoten wiederum können als fiskalische Expansion interpretiert werden.

Deutschland ist das einzige Vergleichsland welches in beiden Kategorien leicht positive Veränderungsraten aufweist. Alle Länder des Westbalkan liegen unter der Linie, im expansiven Bereich.

Die Rückgänge bei den direkten Steuern und Sozialabgaben sind teilweise durch entsprechende Reduktionen bei den Steuersätzen zu erklären. Der Rückgang bei den indirekten Steuern lässt sich so allerdings nicht erklären.

Jedenfalls sollte aber eine Steuerentlastung, insbesondere im Bereich der direkten Steuern und Sozialabgaben, für die Wettbewerbsfähigkeit förderlich sein. Überraschend gering fiel diese Steigerung in Kroatien aus, trotz einer fünfjährigen Rezession und gleichzeitiger Verdoppelung der Arbeitslosenrate. Bei den öffentlichen Anlageinvestitionen haben fast alle Westbalkanländer geringere Steigerungen als bei den Sozialausgaben erfahren.

In Montenegro, Serbien und vor allem in Kroatien wurden diese, mit den entsprechend negativen Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit, sogar stark reduziert. Das Gegenbeispiel ist der Kosovo, eines der wenigen europäischen Länder welches eine Rezession seit Ausbruch der Weltwirtschaftskrise vermeiden konnte. Die strukturelle Veränderung der Einnahmenseite des Staates wurde in den letzten Jahren von allen Westbalkanländern mehr oder weniger bewusst dahingehend genutzt, um — als Substitut für eine Währungsabwertung — eine fiskalische Abwertung herbeizuführen.

Ziel einer solchen fiskalischen Abwertung ist es, durch eine Erhöhung der Umsatzsteuer USt und der Verbrauchsteuern insbesondere auch den Import von Konsumgütern zu beschränken. Zugleich sollte eine Herabsetzung der Einkommensteuersätze ESt und vor allem der Beitragssätze zur Sozialversicherung die Kosten der heimischen Unternehmen senken und dadurch die Importsubstitution und den Export fördern.

Die Arbeitgeberbeitragssätze zur Sozialversicherung S. Insgesamt dürften die steuerlichen Veränderungen der letzten Jahre zwar ihren Zweck zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit erfüllt haben, aber auch zu einer Mehrbelastung einkommensschwacher Gruppen bei gleichzeitiger Entlastung der Spitzenverdiener geführt haben.

Noch gravierender auf die Einkommensverteilung wirkt sich die extrem hohe Arbeitslosigkeit Abbildung 1. Die Tatsache, dass das Heuern und Feuern am Westbalkan vergleichsweise flexibel gehandhabt wird Abbildung 1. Darüber hinaus besteht zumeist nur ein niedriger Deckungsgrad der Arbeitslosenunterstützung. Die öffentliche Arbeitsverwaltung ist in der Region meist unterbesetzt und überlastet. Über ein Netzwerk von lokalen und nationalen Agenturen für Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit werden vornehmlich ausländische Investoren geworben.

Insbesondere Kroatien und Serbien haben dabei ein recht umfassendes Programm entwickelt. Mazedonien und Zuletzt verblieben noch eine Reihe kleinerer Staatsbeteiligungen in den Portfolios der dafür zuständigen Privatisierungsagenturen am Westbalkan. Dabei handelt es sich oft um Unternehmen für die nur schwer ein Käufer zu finden ist und die zuvor restrukturiert werden müssen, was zumeist politisch sensibel ist.

Ähnlich wie die Regulierungsbehörden in den monopolgeneigten Märkten für Energie und Kommunikation müssten auch die Privatisierungsagenturen mit klareren Zielsetzungen ausgestattet werden und von politischer Einflussnahme im Alltagsgeschäft befreit werden, was zurzeit weder bei den einen noch bei den anderen Institutionen in allen Ländern der Region der Fall ist. Hier spielen auch Eigentumsfragen noch eine gewichtige Rolle, zumal eine Hinterlassenschaft des ehemaligen Jugoslawiens die Unterscheidung in staatseigene Betriebe und Betriebe der Arbeiterselbstverwaltung ist und im Zuge der Loslösung des Kosovo von Serbien teilweise noch Klärungsbedarf vorhanden ist.

Der zunehmend geringere fiskalische Spielraum in den meisten Ländern des Westbalkans wird vermutlich die Privatisierung der letzten Staatsbeteiligungen beschleunigen. Die Investorenwerbung am Westbalkan wird deshalb vermehrt auf Industrie-Neuansiedlungen abzielen müssen. Diesbezüglich bietet beispielsweise die kroatische Investitionsagentur unter anderem Steuerbegünstigungen und Anreize für das Schaffen von Arbeitsplätzen, Training und Ausbildung, Innovation und Unterstützung bei den Kapitalkosten der Investitionen.

Es gelten reduzierte Sätze bei den Ertragssteuern auf 10 Jahre und Subventionen bei den Kapitalinvestitionen von bis zu 1 Million Euro. Auch Serbien bietet eine Fülle an Investitionsanreizen. Staatliche Zuschüsse pro neu geschaffenen Arbeitsplatz belaufen sich auf durchschnittlich rund Euro. Dazu kommen noch Subventionen des Nationalen Beschäftigungsdienstes für Beschäftigungs-, Ausbildungs- und Umschulungsprogramme.

Für bestimmte Arbeitnehmergruppen gibt es 2 bis 3 jährige Befreiungen von den Sozialversicherungsbeiträgen. Weiteres gelten auch diverse Zollvergünstigungen. Die Regierung plant allerdings in der kommenden Periode viele dieser Subventionen aus Gründen der budgetären Disziplin stark zu kürzen. Es gibt Zoll- und Umsatzsteuerrückvergütungen beim Import von Maschinen.

In der Bekleidungsindustrie entfällt die Umsatzsteuerpflicht gänzlich. Weitere Subventionen und Steuerbefreiungen können diskretionär erteilt werden. Es gelten zehnjährige Steuerbefreiungen sowie Zoll- und Umsatzsteuerbefreiungen für Güter, Rohmaterialien und Maschinen. Es gibt auch staatliche BaukostenZuschüsse, die von der Investitionssumme und der Anzahl der geschaffenen Arbeitsplätze abhängen und bis zu In den übrigen Westbalkanländern fallen die Investitionsförderungen noch geringer aus und beschränken sich zumeist auf Steuervergünstigungen.

Besonders gering sind die Subventionen in Albanien und Montenegro. In Mazedonien und auch im Kosovo sind die Subventionen über die letzten Jahre auch angestiegen. Aus der Verlaufsstatistik Abbildung 2. Allerdings muss erwähnt werden, dass für Serbien nur die Bruttowerte vorhanden sind und deshalb eine Vergleichbarkeit, jedenfalls im Niveau, nur sehr eingeschränkt möglich ist. Aus der Bestandsstatistik Abbildung 2. Dieser positive Trend war zuletzt vor allem in Kroatien und Mazedonien besonders ausgeprägt.

In diesen beiden Ländern hatten sich zuletzt die komparativen Vorteile im Handel mit medium-high-tech Gütern zuletzt stark verbessert Darüber hinaus war man insbesondere in Kroatien auch vergleichsweise erfolgreich bei der Akquirierung von ausländischen Direktinvestitionen im Bereich der unternehmensbezogenen Dienstleistungen Insgesamt stagnierte die Investitionsquote am Westbalkan im Vergleich zwischen den Jahren und zumeist Montenegro, Serbien oder ist sogar stark gefallen Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien.

Vermutlich sind Investitionsförderungen nur bedingt in der Lage, die Investitionsquote in einem Land zu heben und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Dazu gibt es auch beispielsweise Politikempfehlungen für den Informations- und Kommunikationstechnologiesektor am Westbalkan.

Ähnliches gilt vermutlich auch für die Ordnungspolitik. Hier ist die Aussicht auf einen EU-Beitritt ein entscheidender Faktor, der zu einer nachhaltigen Verbesserung des Ordnungsrahmens, innerhalb dessen die Wirtschaftsprozesse stattfinden, führt.

Es ist bezeichnend, dass im Kern der EU, wie beispielsweise in Deutschland, dieses Verhältnis genau umgekehrt ist. Hier spiegeln sich auch Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Peripherie und Zentrum wider, die es zu überwinden gilt.

Mittels kooperativen Verhaltens könnte ein für alle Teilnehmer günstigeres Gleichgewicht gefunden werden. Dies gilt natürlich auch für die meisten anderen Länder der Region. In Mazedonien ist die Zuständigkeit für die Reformen beim Ministerium für Informationsgesellschaft und Verwaltung angesiedelt, in Serbien beim Justizministerium und in Montenegro beim Innenministerium.

In Albanien gibt es ein Department für die öffentliche Verwaltung. Die Reformen des öffentlichen Sektors in Bosnien-Herzegowina gestalten sich aufgrund der komplexen Staats-Struktur als schwierig. Die Verteilung sowie Überschneidung der Kompetenzen zwischen den gesamtstaatlichen, den Entitäts- oder kantonalen Institutionen erschwert dadurch die Implementierung der Reformpläne.

Daher wurde hier ein Koordinationsbüro für Reformen des öffentlichen Sektors eingerichtet. Für Personalentwicklung wurden auf gesamtstaatlicher Ebene und auf Ebene der beiden Entitäten insgesamt drei Agenturen geschaffen. Die Zuständigkeit für Personalmanagement und -entwicklung liegt beispielsweise in Mazedonien beim Ministerium, während in Albanien ein Trainingsinstitut für öffentliche Verwaltung existiert oder in Montenegro eine Behörde für Personalmanagement gegründet wurde.

Die Europäische Kommission begutachtet auch die Fortschritte bei der Justizreform. Am Kosovo wurde Anfang gar ein neues Gerichtssystem eingeführt und auch ein neues Strafgesetzbuch sowie eine neue Strafprozessordnung sind in Kraft getreten, die nun aber auch entsprechend implementiert werden müssen. Die Herausforderungen in Sachen Unabhängigkeit der Justiz sind ebenfalls enorm da immer wieder von politischer Einflussnahme die Rede ist. Diesbezüglich ist die Lage in Albanien und in Bosnien und Herzegowina nicht unähnlich.

Die grundlegenden Anforderungen aus den Beitrittsverhandlungen in Sachen Justizreform werden von Kroatien erfüllt. Mit den Reformen des Richter-Rates und des Staatsanwälte-Rates wurden laut Europäischer Kommission auch die Voraussetzungen für transparente und objektive Besetzungen von hohen Ämtern im Justizwesen geschaffen. Oft mangelt es aber auch, wie im Kosovo, an der Kooperation zwischen der Antikorruptions-Agentur und anderen Institutionen wie beispielsweise den Steuerbehörden.

Auch in den übrigen Westbalkanländern wurden entsprechende Agenturen eingerichtet sowie Aktionspläne und Strategiepapiere verabschiedet. Das Vertrauen der Bevölkerung in eine effiziente Korruptionsbekämpfung ist aber zurzeit, selbst im EU-Mitgliedsland Kroatien, noch begrenzt. Dieses Strategiepapier möchte dazu beitragen Arbeit und Wohlstand mit einer Europäischen Perspektive für die Westbalkanländer zu schaffen.

Als Mittel dienen Verhandlungen zum weiteren Abbau jedweder Handelsbarrieren und der Schaffung von Instrumenten von Rechtssicherheit und Streitschlichtung. In den anderen wettbewerbsrelevanten Politikbereichen war bisher insbesondere beim Transport und bei der Energie die regionale Kooperation am stärksten.

Ein, von der Europäischen Kommission vorgeschlagener, weiterführender Vertrag zur Schaffung einer Transportgemeinschaft am Westbalkan, mit dem Ziel der vollständigen Integration der regionalen Verkehrspolitik in jene der EU, wurde zwar ausverhandelt jedoch aus politischen Gründen letztlich nicht unterzeichnet. Von den transeuropäischen Verkehrsnetzen verläuft der Korridor 10 durch Kroatien und verbindet das Land einerseits mit Slowenien und andererseits mit Serbien.

Dieser wurde gestartet und sollte voraussichtlich beendet werden. Das Projekt beinhaltet den Bau der gesamten Autobahn von der kroatisch-ungarischen bis zur kroatisch-bosnischen Grenze sowie die Brücke über den Grenzfluss Save. Im Vergleich zu Kroatien ist das Autobahnnetz in Bosnien und Herzegowina praktisch kaum ausgebaut, allerdings finden derzeit einige Bauprojekte statt und es gibt auch konkrete Pläne für den weiteren Ausbau. Das gegenwärtig wichtigste Autobahn-Bauprojekt ist hier ebenfalls der paneuropäische Korridor 5c, der eine Verbindung von Budapest bis an die kroatische Küste darstellt.

Die Bauarbeiten der ersten Teilstücke südlich von Belgrad wurden bereits in Angriff genommen. Die zweite wichtige Autobahnverbindung durch Serbien ist der transeuropäische Korridor 10 samt seinen Nebenstrecken. Derzeit finden einerseits Bauarbeiten an dem Autobahnteil statt, der die südserbische Stadt Nis mit der mazedonischen Grenze verbindet und weiter nach Griechenland führt.

Andererseits wird auch von Nis ausgehend der Korridor 10c gebaut, der über Serbien nach Bulgarien und weiter in die Türkei führt. Der Abschluss der kompletten Bauarbeiten ist bis Ende bzw. Auch die mazedonische Teilstrecke des Korridors 10 wird seit einiger Zeit ausgebaut bzw. Seit findet der Bau einer neuen Autobahn-Teilstrecke zwischen Demir Kapija und Smokvica statt, der voraussichtlich beendet sein wird. Auf dieser Strecke wurde in Albanien in den letzten Jahren viel investiert und einige Teilstrecken wurden zu einer Autobahn ausgebaut.

Es finden auch weiterhin Bauarbeiten auf dem albanischen Teil des Korridors 8 statt. Zusammen mit den Investitionen des Kosovo wurden für das Projekt bisher an die 2 Milliarden Euro ausgegeben. Ein wesentliches künftiges Projekt im Kosovo ist der Bau einer Autobahn auf dem südlichen Teil der Route 6a zwischen Pristina und der mazedonischen Grenze. Dieser Teilabschnitt ist 56 km lang und die Baukosten würden rund Millionen Euro betragen.

Montenegro verfügt bisher über keine Autobahnen. Diese führt von der montenegrinischen Küste bis zur serbischen Grenze und ermöglicht somit eine Anbindung an weitere südosteuropäische Verkehrsnetze.

Der Bau des mittleren Abschnitts zwischen Podgorica und Matesevo ist der erste der in Angriff genommen wird, wobei dafür eine chinesische Baufirma beauftragt wurde und auch Kreditmittel aus China aufgenommen wurden. So gab es beispielsweise in Albanien in den letzten Jahren auch Investitionen in Flug- und Meereshäfen. Zwischen und wurden auch rund 40 Millionen Euro in Erneuerungsarbeiten im Seehafen in Durres investiert. Die Bauarbeiten beinhalten vor allem den Bau von einigen Container-Terminals, die zum Teil auch auf der naheliegenden Insel Krk liegen sollen.

Einige der Bauarbeiten sind bereits im Gange. Im Süden finden im Hafen Ploce ebenfalls umfassende Erweiterungs- und Modernisierungsarbeiten statt, die abgeschlossen werden sollten. Dabei sollen Investitionen in Energiegewinnung und Energienetzwerke gefördert, ein integrierter Energiemarkt geschaffen, Versorgungssicherheit hergestellt, die Umwelt geschützt und Wettbewerb auf regionaler Ebene gestärkt werden. Ebenso sollen die relevanten Teile des acquis communautaire übernommen, regulatorische Strukturen hergestellt und die lokalen Energiemärkte liberalisiert werden.

Der kroatische Energiesektor ist recht diversifiziert und auch gut ausgebaut. Wie auch in vielen anderen Westbalkanländern sind auch in Serbien die Elektrizitätskraftwerke veraltet und müssten saniert bzw. Die Realisierung von einigen dieser Projekte wäre auch im Interesse der Energiegemeinschaft. Bisher wurden bei diesen Projekten aber oft erst Durchführbarkeitsstudien fertiggestellt. In Albanien gibt es derzeit keinen Gasmarkt obwohl Gas in sehr geringen Mengen und für die Industrieverwendung produziert wird.

Es bestehen aber Bestrebungen den Markt für Gas in Albanien zu fördern. Ähnlich wie bei der Transportpolitik fällt auch beim Energiesektor in Bosnien und Herzegowina die Zuständigkeit auf die Entitäts-Ebene. Dadurch werden gesamtstaatliche Reformen erschwert, die von der Europäischen Energiegemeinschaft als Vertragspartner gefordert werden.

Für den ElektrizitätsSektor bedeutet die fragmentierte Zuständigkeit, dass auch die Unternehmen, die für die Produktion, Distribution und das Angebot zuständig sind, jeweils auf Entitäts-Ebene operieren. In der Föderation gibt es sogar zwei Gesellschaften in Entitätsbesitz, die jeweils in einer bestimmten Region tätig sind. Der Distrikt Brcko hat ebenfalls eine eigene Gesellschaft, die für Stromdistribution und —angebot zuständig ist.

In den übrigen Ländern des Westbalkans stellen insbesondere veraltete Elektrizitätswerke ein ernsthaftes Problem dar und es werden konkrete Pläne erstellt diese zu erneuern. Ein ganz geringer Teil der Energie wird in Wasserkraftwerken produziert.

Die beiden Wärmekraftwerke sind bereits sehr veraltet und stellen eine hohe Belastung für die Umwelt dar. Es sind aber bereits Pläne angedacht ein neues Wärmekraftwerk zu bauen umso die alten stilllegen zu können. Die Gewährleistung sowohl von moderner Transport- wie auch Energieinfrastruktur die an internationale Netzwerke angebunden ist hat eine hohe Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit eines Landes.

Dies kann insbesondere in Ländern wie dem Kosovo beobachtet werden die in beiden Bereichen nur mangelhaft ausgestattet sind. Aufgrund der starken staatlichen Fragmentierung des Westbalkans ist gerade bei diesen beiden Netzwerkinfrastrukturen internationale Kooperation und Koordination von höchster Wichtigkeit und sollte verstärkt gefördert werden. Reformbedarf in der Kreditgewährung und im Bankensektor 3. In der endogenen Wachstumstheorie kommt ihr eine wichtige Rolle für Innovationen, Produktivität, Wachstum und Entwicklung zu.

Sie ist deshalb zu einem zentralen Gegenstand in vielen empirischen Untersuchungen geworden, die sich mit der Innovationsfinanzierung, dem Zusammenhang zwischen Produktivität und Finanzierung oder der Finanzierung kleiner Unternehmen bzw.

Die Westbalkanländer verzeichnen seit Ausbruch der globalen Finanzkrise einen fortgesetzten Abbau der Aktiva in den Bankbilanzen bei gleichzeitig starkem Anstieg notleidender Kredite in ihrem Portfolio.

Die Vermutung liegt nahe, dass die Wiederbelebung des Unternehmenskredits und eine Verbesserung der Kreditqualität die entscheidenden Voraussetzungen für Investitionen in Innovation und Technologie sind. Der erste Abschnitt des Kapitels streicht Bedeutung und Kosten der Kreditfinanzierung für die Innovationstätigkeit in der Westbalkanregion heraus. Der zweite Abschnitt liefert einen Überblick über die Entwicklung der Finanzierung durch inländischen Kredit, ergänzt durch eine Einschätzung der Wirkung von Angebots- und Nachfragefaktoren.

Dabei wird herausgearbeitet, dass Umfang und Anstieg der notleidenden Kredite die aktuell bindende Beschränkung für die Finanzierung von Investitionen ist. Der dritte Abschnitt ist der Dimension des Problems notleidender Kredite gewidmet.

Der letzte Abschnitt konzentriert sich auf wirtschaftspolitische Optionen. Im Mittelpunkt steht ein Ansatz, der vorwiegend die Banken veranlassen soll, aus eigener Kraft mit dem Problem der notleidenden Kredite fertig zu werden und nicht auf umfangreiche Staatshilfen zu warten. Damit sind die Unternehmen auf die Fremd-, d. Ein geringer Grad der Finanzintermediation führt zu weniger Liquidität im Finanzsektor und drückt prinzipiell den Kreditzinssatz für Investitionskredite nach oben.

Marktfinanzierung ungewichtete Durchschnittswerte der Perioden Albanien davon: Kroatien 54,8 ,6 77,7 5,1 8,0 9,0 Mazedonien 19,5 49,6 85,9 1,8 6,0 2,2 b 0,0 c 3,6 Montenegro 81,9 73,1 ,0 0,0 0,0 0,0 Serbien 32,1 50,4 91,5 k. Juni ; eigene Berechnungen. In der Fremdfinanzierung dominiert in Transformationsökonomien typischerweise der Bankkredit Tabelle 3. In den Balkanländern existiert faktisch — mit Ausnahme Kroatiens - kein Sekundärmarkt für Anleihen; weder Finanzinstitutionen noch Unternehmen, sondern nur die Regierungen begeben Anleihen in nennenswertem Umfange.

Eine konstituierende Voraussetzung für Investitionen ist neben dem Zugang zu Finanzierung ein Überschuss der realen Erträge über die Finanzierungskosten, im Wesentlichen die realen Zinskosten.

Bei einer Betrachtung der realen Zinskosten kommt es darauf an, jene Währung zu berücksichtigen, in der vorwiegend finanziert wird. Fremdwährungen, insbesondere der Euro, dominieren die Kreditvergabe und Einlagen in den Westbalkanländern.

Wesentliche institutionelle Ursachen dafür waren die weitgehende Liberalisierung des Kapitalverkehrs mit dem Ausland, die Übernahme des Euro als legale Währung in Montenegro und dem Kosovo und ein Zinsniveau für Kredite, welches unterhalb des Niveaus für Kredite in inländischer Währung lag und liegt. EU-Bankengruppen — vorwiegend griechischer, italienischer, österreichischer und französischer Herkunft — halten nunmehr die überwiegende Mehrheit des Aktienkapitals des lokalen Bankensektors.

Dieser erhielt weitgehend freien Zugang zu externer Refinanzierung zu Kosten, die unterhalb der Kosten einer inländischen Refinanzierung lagen. Dieser Umstand erfordert eine Betrachtung der realen Zinssätze auf Fremdwährungskredite. Eurostat und Nationalbanken; eigene Kalkulation. Dabei wurden die nominalen Zinssätze mit der Inflationsrate des Euroraums deflationiert, denn die Zinszahlungen auf Fremdwährungskredite sind durch entsprechenden Einnahmen in Fremdwährung zu verdienen, und der Vorteil einer höheren nationalen Inflationsrate wird reduziert, wenn die nominale Abwertung der Inflationsrate nicht entspricht oder — bei konstantem Wechselkurs — die nationalen Produktionskosten über der Inflationsrate liegen.

Eine derartige reale Aufwertung fand in den Westbalkanländern nach dem Jahr statt und hat sich in den meisten Ländern sogar bis ins Jahr fortgesetzt siehe dazu Kapitel 4. Das hat natürlich Konsequenzen für die Investitionstätigkeit.

Wenn man dann bedenkt, dass die EWU auch Länder mit sehr hoher technologischer Wettbewerbsfähigkeit umfasst, wird deutlich, wie schwach die Anreize für Innovationen sind, die die Finanzierung über Kredite auf dem Westbalkan zusätzlich zu einer Vielzahl anderer Innovationshemmnisse bietet. Einen Eindruck über die Dynamik der innovativen Tätigkeit bietet Abbildung 3. Dieser Indikator ist sogar niedriger als in den neuen Mitgliedsstaaten, wo neben anderen vorteilhaften Bedingungen auch die realen Kreditkosten niedriger ausfallen.

In der gegenwärtigen Krise weist er gar noch eine sinkende Tendenz auf, während er in einigen neuen Mitgliedsstaaten sichtlich ansteigt und in den anderen nicht sinkt. Ab begannen die EU-Bankengruppen, ihr Engagement in den Westbalkanländern und den neuen Mitgliedsstaaten zu reduzieren. Die Beschränkungen im Kreditangebot setzten sich bis zum aktuellen Rand fort. Die vertikale Linie markiert den September , die erste horizontale Linie markiert die höchste Zuwachsrate seit Ausbruch der Krise.

Die Entwicklung in den Nicht-EU-Ländern verlief dagegen weniger extrem und erholte sich am aktuellen Rand dies gilt insbesondere für die Türkei als regionalem Wettbewerber der Westbalkanländer , während einer leichten Belebung Ende allenfalls in Bosnien und Herzegowina, der Tschechischen Republik und Lettland zu beobachten ist. In diesen vier Ländern verschlechterten sich die Kreditangebotsbedingungen bis Ende des Jahres oder blieben auf ihrem niedrigen Niveau, während sich bei der Kreditnachfrage eine weitere Verbesserung ankündigte.

Die lokalen Banken sahen dafür ein hohes Niveau an notleidenden Krediten in ihrem Portfolio und seinen weiteren Anstieg als eine Ursache ihrer restriktiven Kreditpolitik an; Tabelle 3. Zusätzlich wurden von befragten lokalen Banken Unsicherheiten über die Entwicklung des regulatorischen Umfelds genannt. Dazu zählen insbesondere die sich noch in der Umsetzung befindlichen Kernprinzipien von Basel II sowie die unmittelbar vor der Tür stehende Umsetzung von Basel III mit den neuen Eigenkapitalquoten und antizyklischen Liquiditätspuffern.

European Investmentbank ; eigene Zusammenstellung. Gleichwohl zeichnet Tabelle 3. Um einen systematischeren Einblick in die Dynamik der Kreditzyklus zu gewinnen, wurden Regressionen mit Daten für Panel mit maximal 20 neuen Marktwirtschaften in Europa für zwei Perioden geschätzt, wobei die zweite Periode eine reine Krisenperiode mit überwiegend negativen bzw.

Als zu erklärende Variable diente die prozentuale Veränderungsrate des Bankkredits an den privaten Unternehmenssektor. Als erklärender Faktor für die allgemeine Kreditnachfrage diente prozentuale Veränderungsrate des Bruttoinlandsprodukts.