Konjunktur



So helfen sie, die dominante Kultur und Ideologie einer Gesellschaft zu erhalten.

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Zu den Stufentheorien der Armut zählen auch die Modernisierungstheorien. Diese sehen als Grund für Armut und Unterentwicklung endogene Faktoren traditioneller Gesellschaften wie z. Die Überwindung der Armut erfordere einen Prozess der technischen, organisatorischen und kulturellen Modernisierung. Zu den bekanntesten Modernisierungstheoretikern zählt Walt Whitman Rostow.

Eine traditionelle Gesellschaft entwickelt sich danach im Anschluss an einen Take off zur Reife und zur Gesellschaft des Massenkonsums. Die vorgenannten wirtschaftsbasierten Theorien setzen allerdings eine konsumistische und eurozentrische Definition von Armut voraus s.

Sie berücksichtigen nicht, dass viele traditionelle indigene Gemeinschaften eine vollkommen andere Auffassung von Armut haben, die z. Demnach beginnt die Entwicklung nicht mit Armut, sondern — im Gegenteil — mit der ursprünglichen Wohlstandsgesellschaft nach Marshall Sahlins , die von weitgehender Bedürfnisbefriedigung und reichlich arbeitsfreier Zeit für alle Menschen gekennzeichnet war.

Die Meinung, dass es einen Teufelskreis vicious circle der Armut gäbe, ist in der Wissenschaft oft zu hören. Demnach kommt es vor, dass Arme, wenn sie sehen, dass sie mit ihren begrenzten Mitteln ihre Ziele nicht erreichen, dem Fatalismus verfallen.

Als Vertreter dieser Theorie sind Robert K. Merton und Mario Rainer Lepsius zu nennen. Einschlägig sind auch die Arbeiten von Oscar Lewis. Lewis erforschte die Lebensbedingungen in lateinamerikanischen Slums. Laut Lewis ist die Lebensweise der Mitglieder der Kultur der Armut von Fatalismus einerseits und dem Streben nach sofortiger oft sogar verschwenderischer Bedürfnisbefriedigung andererseits geprägt. Lewis betont jedoch auch, dass nicht jeder Arme Mitglied einer Kultur der Armut sei, sondern unter den Armen auch andere kulturelle Milieus existierten.

So werden zum Beispiel arme Eltern dafür bezahlt, dass sie ihren Nachwuchs in die Schule schicken, statt ihn auf den Feldern arbeiten zu lassen. Auch die Gründe für die Armut einzelner Personengruppen in ansonsten wohlhabenden Gesellschaften sind in der Wissenschaft umstritten.

Laut den Strukturtheoretikern kann Armut durch gesellschaftliche Veränderungen bekämpft werden. Nach Oscar Lewis ist die Lebensweise der Mitglieder der Kultur der Armut von Denk- und Handlungsmustern geprägt, die von Generation zu Generation innerhalb der kulturellen Einheit weiter vererbt würden. Diese Kultur sei zwar einerseits eine funktionale Reaktion auf die Lebensbedingungen in der Armut, aber andererseits schade sie den Armen auch. Kennzeichnend seien zerbrochene Familien.

Das Sexualleben beginne früh und man heirate aufgrund mündlicher Übereinkunft. Die Frauen würden oft von ihren Männern geschlagen und zahlreiche auch verlassen.

Den Mittelpunkt der Familie bilde die oft alleinerziehende Mutter mit ihren Kindern. Diese Kultur der Armut zeichne sich dadurch aus, dass die Armen nach sofortiger Befriedigung ihrer Bedürfnisse strebten. Sie seien nicht in der Lage, ein Bedürfnis zurückzustellen, um später davon zu profitieren. Das führe dazu, dass auch die nächste Generation arm sein werde. Um diese im Sozialisationsprozess verwurzelte Kultur aufzubrechen reiche materielle Unterstützung nicht aus: Er beklagte die hohe Anzahl alleinerziehender Mütter unter Afroamerikanerinnen, welche deviante Werte an ihre Kinder weitergeben würden.

So käme es dazu, dass ihre Kinder welche ansonsten zu Mitgliedern der Mittelschicht werden könnten zu Mitgliedern der Armutsschicht würden. Laut Karl Marx entstehen durch die Einrichtung von Eigentum und die damit einhergehende Trennung von Bedürfnis und Mittel zu dessen Befriedigung zwei gesellschaftliche Klassen: Die Bourgeoisie zeichnet sich dadurch aus, dass sie bereits über Eigentum verfügt, also Produktionsmittel wie zum Beispiel Land, Fabriken oder auch Geld zur Produktion von weiterem Eigentum anwenden kann.

Der Proletarier zeichnet sich durch seine prinzipielle Eigentumslosigkeit aus, er ist getrennt von allen Mitteln zur Bedürfnisbefriedigung und hat auch keinen Zugriff auf Produktionsmittel, mit denen er Eigentum schaffen könnte. In dieser Situation ist er dazu gezwungen, sich vom Bourgeois zur Mehrung dessen Reichtums benutzen zu lassen, gegen Lohn. Als Proletarier ist er ausgeschlossen vom Reichtum der Gesellschaft, also arm. Und gerade indem er arbeitet, verstärkt er seine Armut bzw.

Als weiterer Grund für Armut bestimmter Personengruppen wird Diskriminierung genannt. Diskriminierung kann entweder direkt oder auch indirekt sein.

Von direkter Diskriminierung spricht man, wenn jemand wegen bestimmter Merkmale wie etwa ethnische Zugehörigkeit, Schichtzugehörigkeit und so weiter in seinen Möglichkeiten an Geld zu kommen eingeschränkt ist. In den meisten Ländern ist das heute selten. Als häufiger gilt die indirekte oder mittelbare Diskriminierung. Nach einer Definition der Europäischen Union liegt eine mittelbare Diskriminierung vor,.

Als Beispiel für eine solche Diskriminierung wird oft das Arbeitsverbot gegen Frauen mit Kopftuch diskutiert. Personen mit dem Habitus der Arbeiterklasse seien in den europäischen Gesellschaften benachteiligt.

Die Theorie des wirtschaftlichen Strukturwandels besagt, dass es durch Verschiebungen in der wirtschaftlichen Struktur zu Arbeitslosigkeit und Armut komme. Es würden immer mehr Jobs für Geringqualifizierte wegfallen, da sie ins Ausland verlagert würden oder von Maschinen übernommen würden.

Gleichzeitig würde aber das Bildungsniveau der Bevölkerung nicht stark genug ansteigen. Die Akademikerarbeitslosigkeit ist damit heute nicht höher als in den er Jahren.

Strukturfunktionalisten wie Herbert Gans sind der Meinung, dass Armut eine gesellschaftliche Funktion erfüllt. Aus diesem Grund trachtet jede Gesellschaft danach, ihre Armen zu haben.

Laut Gans dienen die Armen als abschreckendes Beispiel und als Sündenböcke. So helfen sie, die dominante Kultur und Ideologie einer Gesellschaft zu erhalten. Diese Defizite werden entweder als angeboren oder als erworben angesehen. Darwin vertrat die These, dass es unter den Individuen einer Art gut angepasste und weniger gut angepasste gebe. Die Sozialdarwinisten übertrugen Darwins Theorien auf das menschliche Zusammenleben. Sie glaubten, dass es durch den Genotyp eines Individuums weitgehend determiniert ist, wie weit es das Individuum einmal bringen wird.

Die Armen sind laut dieser Theorie arm, weil sie schlecht angepasst sind. Der Sozialdarwinismus ist eine relativ alte Theorie. Galton vertrat die These, dass es vor allem die intellektuellen Fähigkeiten eines Menschen wären, die dazu führten, ob er arm oder reich sei. Da es allerdings das Wort Intelligenz damals noch nicht gab, ist bei Galton nicht von Intelligenz, sondern von Begabung und Genie die Rede. Dieses sei stark erblich. Herrnstein und Murray behaupten, mit empirischen Daten der amerikanischen National Longitudal Study of Youth nachgewiesen zu haben, dass die Frage, ob man arm sei, stark mit dem IQ zusammenhänge.

Sehr wohl konnte er jedoch einen relevanten Zusammenhang zwischen IQ und Einkommen feststellen. Ihre Lebensumstände verleitet sie dazu, persönliche Entscheidungen als irrelevant wahrzunehmen. Laut Seligman betrachten Personen in einem Zustand der erlernten Hilflosigkeit Probleme als persönlich, generell oder permanent:. Daraus zögen sie die Schlussfolgerung, dass es nichts bringe, etwas gegen ein Problem zu unternehmen, und unternähmen nichts.

Erlernte Hilflosigkeit komme in allen Schichten vor, sei jedoch in den unteren Schichten besonders häufig. Das sei so, weil die Leute dieser Schichten mehr negative Erfahrungen als die aus höheren Schichten machten. Erlernte Hilflosigkeit könne jedoch überwunden werden. Der Betroffene müsse sich klarmachen, dass er unter erlernter Hilflosigkeit leide, und dass er über Handlungskompetenzen verfüge und sein Leben selbst in die Hand nehmen könne.

Dabei könne die Verhaltenstherapie helfen. Sie hätten nicht den Ehrgeiz, ihren Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen, sondern lebten lieber von Almosen. Die underclass habe sich als Reaktion auf zu hohe Sozialleistungen entwickelt. Einige Leute hätten die Sozialhilfe zu ihrem Lebensstil gemacht.

Des Weiteren sei es durch Sozialleistungen für alleinerziehende Mütter zu einem Zerfall der Familie gekommen. Frauen würden bewusst die alleinerziehende Mutterschaft wählen, um möglichst viel Sozialleistungen zu empfangen.

Die underclass verdürbe durch ihren Lebensstil die Kinder der arbeitenden Klasse, die die falschen Werte der underclass übernähmen. Etwa Millionen Menschen weltweit hungern. Davon leben Millionen in den Entwicklungsländern. In den Entwicklungsländern sterben rund 11 Millionen Kinder unter fünf Jahren pro Jahr — das sind Recht auf angemessene Ernährung.

Die durchschnittliche Lebenserwartung in den Entwicklungsländern Sambia 32,4 Jahre ist in der Regel kürzer als in den entwickelten Ländern Norwegen 78,9 Jahre. Die Krankheit vermindert die Arbeitskraft der Betroffenen.

Wertvolle Kenntnisse in Handwerk und Landwirtschaft können nicht mehr an die nächste Generation weitergegeben werden. Armut führt zu schlechter Gesundheitsvorsorge und mangelhafter Ernährung. Das wiederum wirkt sich nachteilig auf die geistige, motorische und sozial-emotionale Entwicklung aus. Die betroffenen Kinder sind weniger leistungsfähig, erzielen später ein schlechtes Einkommen und können schlechter für ihre eigenen Kinder sorgen.

So entsteht ein Teufelskreis. Weltweit sind Millionen Kindern unter fünf Jahren durch Armut kognitiv eingeschränkt. Das sind 39 Prozent aller Kinder dieser Altersgruppe in den Entwicklungsländern.

Studien zeigen, dass in armen Ländern häufiger Bürgerkriege ausbrechen als in reichen. Statistisch betrachtet lässt ein Einbruch des Wirtschaftswachstums um fünf Prozent die Wahrscheinlichkeit eines bewaffneten Konflikts um 50 Prozent ansteigen. Denn gerade die in der Armut begründeten schwerwiegenden Nöte und Probleme lassen den Umweltschutz in den Hintergrund treten.

Gleichzeitig besteht auch eine umweltbezogene Ungerechtigkeit. Arme sind häufiger die Opfer von Umweltbeeinträchtigungen und -zerstörungen z. Armut führt auch zu Bildungsbenachteiligung verhindert oft auch den Zugang zu Bildungsmöglichkeiten, etwa dadurch, dass Schul- und Studiengebühren nicht bezahlt werden können oder nötige Bildungsmittel wie Schreibgerät oder Bücher nicht finanziert werden können.

Umgekehrt verhindert die fehlende Bildung auch wieder den Ausbruch aus den ärmlichen Verhältnissen. Das Konzept Base oder Bottom of the Pyramid BoP beschreibt in der Managementliteratur Geschäftsmodelle und Ansätze zur erfolgreichen Einbindung bisher weitgehend vernachlässigter Bevölkerungsschichten in unternehmerische Wertschöpfungsketten.

Grundgedanke ist, dass sich auf diese Weise die Verfolgung unternehmerischer Chancen zielgerecht mit dem Bemühen langfristiger Armutsbekämpfung verbinden lässt. Investoren in diese Firmen bekämen später ihr Geld zurück, jedoch ohne Dividende. Stiftungsaktivitäten von bestehenden Firmen könnten so in diese Richtung gelenkt werden. Die Art von Selbsthilfe gegen materielle Armut, die Betroffenen möglich ist, hängt von den persönlichen Kompetenzen und der Lebenssituation ab. Bob Holman [58] weist darauf hin, dass so genannte Nachbarschaftsgruppen neighbourhood groups eine wichtige Form der Selbsthilfe armer Menschen sind.

Beispiele dafür wären von Armen betriebene Jugendclubs oder von Armen betriebene Kreditinstitute, die Armen Geld leihen. Diese Art der Armutsbekämpfung bietet den Vorteil, dass sie von den Armen selbst ausgeht. Sie kann die Teilnehmer stärken, ihnen Selbstwertgefühl verleihen und die Auswirkungen der Armut lindern.

Zu den Möglichkeiten der Selbsthilfe zählt die Suche nach zusätzlichem Einkommen — etwa das Bemühen um einen Arbeitsplatz beziehungsweise eine Beförderung , dem Aufbau einer selbständigen Tätigkeit oder die Aufnahme einer Nebentätigkeit. Auch die Wahrnehmung von Beratungsangeboten — Einzelfallhilfe wie gegebenenfalls Schuldnerberatung oder andere Formen der Sozialberatung — kann ein Schritt zur Selbsthilfe sein.

Langfristige Selbsthilfe geschieht auch durch die Erweiterung persönlicher Kompetenz, insbesondere durch Bildung bzw. Strategien zur Bekämpfung der Armut hängen entscheidend davon ab, was man als die Ursache der Armut annimmt.

Folgende sind die häufigsten Strategien um die Armut zu bekämpfen:. Ein in vielen Ländern verwendetes Mittel sind Sozialversicherungen , die in Notsituationen eingreifen. Weitere Ideenbeispiele sind die Sozialhilfe. Die Zuweisung eines Grundeinkommens führt nicht zwangsläufig dazu, dass sich die Kompetenzen der Lebensbewältigung verbessern und eigene Aktivitäten zur Steigerung der Bildungsaktivitäten entstehen.

In Frankreich leben rund 8,8 Millionen Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Das in Frankreich geplante "Aktivitätseinkommen" steht zwar allen Bürgern zu, ist jedoch kein bedingungslos an alle ausgezahltes Grundeinkommen BGE. Sie gehen von der Erkenntnis aus, dass Kinder in armen Familien wenige Bildungsanregungen erhalten. Hauptziel der kompensatorischen Erziehung ist es, kognitive Fähigkeiten und schulische Leistungen der in Armut aufwachsenden Kinder zu fördern.

So will man erreichen, dass die nächste Generation nicht arm bleibt. Kritiker der kompensatorischen Erziehung erheben den Vorwurf, dass das Kind der Mittelschicht hier als Vorbild genommen werde. Es werde versucht arme Kinder zu Mittelschichtskindern umzuerziehen. Das Arbeiterkind werde seiner Lebenswelt entfremdet. Oft wird kritisiert, dass die Schule zu kurz wäre. Arme Kinder kämen mit Defiziten in die Schule und die Halbtagsschule wäre nicht in der Lage diese auszugleichen.

In Deutschland sind solche Programme selten. In anderen Ländern existieren jedoch zahlreiche. Doch hat dieses Programm auch dazu geführt, dass Nachmittagsbetreuung in den Schulen heute teilweise im kritischen Licht gesehen wird, weil sie insgesamt zu keiner Verbesserung der schulischen Leistungen führte, jedoch zu verstärkten Verhaltensproblemen.

Lediglich für die Gruppe der Grundschüler, die anfangs jedoch sehr schlechte Leistungen zeigten, konnte eine kleine Verbesserung in den Kompetenzen im Fach Englisch gezeigt werden. Mit dem Übergang von vormodernen zu neuzeitlichen Gesellschaften änderte sich die Einstellung zur Armut. März eine Circular-Ordre , die den Kartoffelanbau anordnete, um der Verarmung durch den Getreidewucher nach Missernten gegenzusteuern vgl. Doch stand im Europa des Jahrhunderts das Arbeitshaus im Zentrum der Armutsbekämpfung.

Vor allem in calvinistisch geprägten Gesellschaften herrschte die Auffassung vor, dass Armut selbstverschuldet sei und durch Faulheit komme. Armutsbekämpfung stand etwa im Vereinigten Königreich am Ausgangspunkt der modernen Sozialpolitik.

Inzwischen wird die Wirksamkeit sozialpolitischer Armutsbekämpfung aber in vielen Industrieländern durch neue Erscheinungsformen von Armut in Frage gestellt.

In der Wirtschaftswissenschaft wird nicht selten die These vertreten, dass auch eine zu hohe Staatsquote zu einem Ansteigen der Arbeitslosenquote führen kann insbesondere in Westeuropa. Hegemonie wenden und den Eigenwert ihrer kulturellen Identität gegen eine als repressiv erfahrene Unterordnung behaupten sollen vgl.

Solche Organisationen können lokale Selbsthilfegruppen und Tauschringe sein s. Ein Konjunkturtief ist der Tiefstand, in den eine Volkswirtschaft durch einen Abschwung gerät. Während die Abschaffung der Rezession einer Abschaffung des kapitalistischen Prozesses insgesamt gleichkäme, sei die Depression indes eine besondere wirtschaftliche Notlage, die das Eingreifen des Staates so gut wie unvermeidlich mache.

Ein Konjunkturtief wird oftmals verstärkt durch das Aufbrechen von Strukturkrisen , wie etwa Überkapazitäten in einzelnen Industriezweigen. Es geht über eine lange Zeit die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit wie etwa durch das Bruttoinlandsprodukt angezeigt zurück, die Börsenkurse fallen, die Arbeitslosigkeit steigt stark an, und Tendenzen zu einer Deflation kommen auf das Preisniveau sinkt, auch die Endverbraucherpreise fallen.

Als Beginn der damaligen Weltwirtschaftskrise wird der Zusammenbruch der Börsen am sogenannten schwarzen Freitag , dem Die internationalen Wirtschaftskrisen im letzten Viertel des Zur Frage, was aus Weltwirtschaftskrisen zu lernen sei, fand am In sozialpsychologischer Sichtweise wird oft als Grund für eine Depression der Verlust des Vertrauens in das Funktionieren der Wirtschaft genannt. Die verschiedenen Schulen der Volkswirtschaftslehre favorisieren dabei unterschiedliche Erklärungsansätze.

Diese unterschiedlichen Auffassungen spiegeln sich in den konjunkturpolitischen Empfehlungen wider. Mittels methodisch kontrollierter empirischer Verfahren versucht man die konjunkturelle Entwicklung einer konkreten Wirtschaft zu diagnostizieren und vorauszusagen. Diese Art von Konjunkturforschung lässt sich somit von der theoretischen Analyse der Konjunktur unterscheiden.

Burns und Wesley Clair Mitchell begründet. Der von ihnen in den er Jahren entwickelte Harvard-Indikator geriet in Misskredit, als er die Weltwirtschaftskrise nicht anzeigte. Die Konjunkturforschung lebte danach erst in den er Jahren wieder auf. In eigentlichem Sinne begann die Konjunkturforschung mit Gründung des Instituts für Konjunkturforschung in Berlin heute: Diese erstellen seit zweimal im Jahr eine Gemeinschaftsdiagnose im Auftrag der Bundesregierung.

Seit wird die Gemeinschaftsdiagnose öffentlich ausgeschrieben, sodass auch andere Institute daran beteiligt sein können. Der gegründete Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erstellt ebenfalls im Auftrag der Bundesregierung einmal pro Jahr eine Konjunkturprognose, die stets im November veröffentlicht wird.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit analysiert die Auswirkungen der Konjunkturentwicklung auf den Arbeitsmarkt. Dabei gehen die prognostizierten Werte der untersuchten Experten zum Teil beträchtlich auseinander; allenthalben wird aber die Höhe des künftigen Wachstums tendenziell überschätzt.

Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung liefert den definitorischen Rahmen, um die Konsistenz der Prognosen herzustellen. Dabei bedient man sich zum Teil intuitiver Verfahren, zum Teil ökonometrischer Methoden.

Es schätzt ein, wie das reale Bruttoinlandsprodukt des jeweils abgelaufenen Quartals aussehen könnte; denn zu diesem Zeitpunkt liegen noch keine Daten des Statistischen Bundesamtes vor. Einmal im Monat stellt das ifo-Institut diese Frage: Thomas Fricke hingegen weist auf die qualitativ unterschiedliche Vorgehensweise bei den von ifo-Institut und ZEW verwendeten Messverfahren hin: Der konjunkturelle Ist-Zustand einer Wirtschaft wird durch verschiedene Methoden bestimmt.

Sollte eine differenzierte Konjunkturdiagnose stattfinden, wird eine Vielzahl von weiteren Zeitreihen wie z. Durch die Zeitreihenanalyse können verschiedene Konjunkturindikatoren konstruiert werden. Weiterhin kann eine Befragung von zahlreichen Unternehmen über den gegenwärtigem Konjunkturzustand stattfinden. In der Bundesrepublik Deutschland werden solche Befragungen vom ifo-Institut für Wirtschaftsforschung durchgeführt zum einen durch den Konjunkturtest und durch eine Tendenzbefragung.

Durch diesen Vergleich wird der konjunkturelle Zustand einer Wirtschaft durch den Auslastungsgrad abgeleitet. Es handelt sich hierbei um eine periodische Berichterstattung mit dem Ziel, Ergebnisse und Daten der Konjunkturforschung auszuwerten und den einzelnen wirtschaftlichen Aktoren nutzbar zu machen.

Betrachtet man nur Konjunkturen im engeren Sinne, die durch absolute Rückgänge in der Wirtschaftsleistung begrenzt werden, so lassen sich seit sechs volle Zyklen erkennen, die zumeist mit Abschwächungen der Weltwirtschaft zusammenfielen. Die vom Zweiten Weltkrieg unversehrte Schweiz erlebte nach dem Krieg einen bis zur Ölkrise anfangs der er Jahre anhaltenden, vor allem auch durch den Export gestützten Aufschwung, der in seiner letzten Phase in eine Inflation mündete und durch die Ölkrise sowie eine Baukrise abrupt gestoppt wurde.

Beim zweiten Zyklus erstreckte sich der Aufschwung vor allem über die er Jahre, er wurde anfangs der er Jahre durch eine geplatzte Blase im Immobiliensektor gestoppt. Das Phänomen der Konjunktur wird in allen gängigen makroökonomischen Lehrbüchern erörtert, zum Beispiel:.

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