Bhutan - Glück für die Welt


Geografie. Bhutan liegt in Südasien und grenzt im Süden an die indischen Bundesstaaten Sikkim, Westbengalen, Assam und Arunachal Pradesh (von Westen nach Osten) sowie im Norden an Tibet. Die Oberflächengestalt Bhutans ist vom Himalaya geprägt.

Der Bruttonationalglück-Index in Abhängigkeit vom Beruf:

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The remainder of this report presents the findings of the Gross National Happiness (GNH) Survey, which collected information from across Bhutan on many aspects of Bhutanese people’s lives that relate to wellbeing measurement and analysis. The Survey was used to construct the GNH Index, and to compare levels and the composition of GNH across groups, and across the period

Meine Mitarbeiter und ich sind viel in der Welt herumgekommen, aber wir haben uns nie so anders gefühlt als in Bhutan. Ich sehe Bhutan als wirklich ehrlichen Versuch, anders zu denken. Ist das Modell exportierbar?

Bhutan ist ein sehr kleines, lange völlig isoliertes Land mit buddhistischer Kultur. Das Modell ist nicht einfach so Eins zu Eins übertragbar. Der Index BIP erfasst nur die Produktion, unterscheidet aber nicht zwischen dem was gut und was schlecht ist für die Erde und für die Menschen. Wir stehen am Abgrund und können nicht so weiterleben, wie wir es im Westen heute tun. Im Vergleich zu anderen Entwicklungsländern ist die Armut hier weniger spürbar.

Die Menschen haben zu essen, haben eine Wohnung, Zugang zu kostenloser Bildung und medizinischer Behandlung und sind in eine Gemeinschaft eingegliedert. Glück ist etwas sehr Relatives, und das Konzept hier zielt wie überall darauf, die Grundbedürfnisse abzudecken, aber es legt eben auch Wert auf den Rest.

Haben sie das Gefühl, dass die Regierung als eine Dikatatur des Glücks der Bevölkerung radikale Entscheidungen aufzwingt? Nein, die Menschen sind sehr stolz auf ihre Identität, sie lieben und respektieren ihren König und dessen Vater. Dieser ist mit fünfzig Jahren zugunsten seines Sohnes zurückgetreten, weil er überzeugt war, dass das Land von einem Jüngeren regiert werden sollte.

Der Sohn hat eine konstitutionelle Monarchie eingeführt, mit einem Parlament und politischen Parteien. Die Könige von Bhutan leben einfach, sie sind aufgeklärt und volksnah.

Und die Betroffenen zerbrechen sich auch nicht lang den Kopf über die "Verpackung". Ich habe nicht das Gefühl, dass sie diese Regel als Zwang empfinden. Mein Aufenthalt dort hat mich viel stärker beeindruckt, als ich ursprünglich gedacht hatte. Dabei sind sie bescheiden. Sie sagen selbst nicht: Und das absolute Rauchverbot im öffentlichen Raum das beschlossen wurde, AdR haben sie wieder abgeschafft, weil sie festgestellt haben, dass das zu weit geht.

Sie wissen, wo sie hin wollen, lehnen aber jede Form von Entwicklung ab, die soziale Ungleichheiten schafft. In den Medien gab es damals Berichte, er wolle die Politik des Brutto-Nationalglücks in Frage stellen, aber das ist falsch. Er hat mir im Interview versichert, dass er diese Politik weiterführen will. Seit sind mehrere neue Zeitungen entstanden, die jeweils einer politischen Partei nahe stehen davon gibt es insgesamt fünf, AdR und auf Englisch und in der Landessprache Dzongkha erscheinen.

Die Berichterstattung ist ziemlich frei, auch wenn der König unantastbar bleibt. Warum haben Sie den zweiten Aspekt ausgeklammert? Wie sehen Sie dieses geschichtliche Ereignis?

Ich habe diese Frage natürlich auch recherchiert, aber weder eine klare Antwort noch eindeutige Beweise gefunden. Ich habe Leute interviewt, die mit der Sache zu tun hatten, und sie haben mir erklärt, dass die Dinge komplexer sind als gewöhnlich dargestellt.

Was meistens nicht in den Berichten steht, ist, dass die abgeschobenen Lhotshampa erst spät, in einer Einwanderungswelle während der maoistischen Rebellion in Nepal nach Bhutan gekommen waren. Unter den nepalesischen Bauern, die damals nach Bhutan flohen, waren auch maoistische Terroristen, die die Lhotshampa für ihren Kampf gewinnen und ihn nach Bhutan exportieren wollten. Bhutan war dem weder demographisch noch sicherheitspolitisch gewachsen und hat deshalb zur Bewahrung der eigenen Stabilität beschlossen, alle, die nach — dem Jahr als Bhutan alle bereits im Land befindlichen Lhotshampa eingebürgert hat — ins Land gekommenen Nepalesen abzuschieben.

Dabei hat es unleugbar Armeeeinsätze und auch übertriebene Härte gegeben. Aber die Entscheidung Bhutans war nicht nationalistisch motiviert, sondern durch die Unmöglichkeit, zehntausende Einwanderer einzugliedern. Und in den südnepalesischen Flüchtlingslagern leben nicht nur abgeschobene Lhotshampa, sondern auch viele Nepalesen, die aus anderen nepalesischen Regionen kommen.

Es ist also sehr schwierig, sich ein klares Bild von dieser Angelegenheit zu machen. Ich kann nur sagen, dass ich nie Zeugin irgendeiner Diskriminierung war, weder gegenüber den Lhotshampa, die — zum Teil sogar in hohen Stellungen - noch in Bhutan leben, noch gegenüber den Christen, die manchmal auch als Verfolgte dargestellt werden.

Ich habe ihn auch zu diesem Thema befragt, und er hat mir versichert, dass er völlig integriert ist. Ich will Bhutan nicht verteidigen, ich stehe allgemein nicht im Ruf, irgendwelche Privatinteressen zu verteidigen, und wenn ich den geringsten Zweifel an der Ehrlichkeit dieser Leute hätte, würde ich das sagen.

Ich wollte diese Frage nicht in einem Minuten-Film anschneiden und alles vermischen. Um in dieser Sache wirklich klar zu sehen, müsste man mehrere Jahre recherchieren und die Realität ganz genau von dem trennen, was ich als ein Konstrukt der Medien betrachte.

Man muss sich auch klar machen, dass Bhutan ein Symbol geworden ist, das nicht allen gefällt und das manche Mächtigen gerne zu Fall bringen würden. Dieses Land weigert sich, in die Welthandelsorganisation einzutreten; sein der UNO vorgestelltes Projekt zum Brutto-Nationalglück wurde inzwischen von 63 Ländern unterschrieben; es verteidigt seine Bauern und seine lokale Wirtschaft. Das Interview führte Laure Siegel.

Die Menschen in dem fünf Millionen Einwohner zählenden Land kommen mit weniger aus, sind aber trotzdem glücklicher. Und dafür legt sich auch der Staat ins Zeug. Bereits jetzt versorgt sich das Land komplett mit Ökostrom , während der Verbrauch gleichzeitig nur halb so hoch ist wie in Deutschland. Was uns das Beispiel zeigt: Wir benötigen einen neuen Ansatz, um Wohlstand zu messen und zukünftige Entwicklung abzuschätzen.

Das gilt vor allem für Europa und die USA: Viele Menschen sehen keinen Ausweg aus der Wachstumslogik, weil auch die Sozialsysteme an Wachstum gekoppelt sind. Ein Vorbild auch für westliche Länder?

Michael Grömling vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Der Happy Planet Index könnte ein guter Weg zu einem neuen Ansatz sein, bisher wird er allerdings in Studien kaum berücksichtigt. Denn es gibt wenige Indikatoren, die international so vergleichbar sind wie das BIP. Es lohnt sich also stets den Blick auf andere Faktoren als die Wirtschaft zu lenken. Und auf andere Länder — etwas Costa Rica oder Buthan. Hier geht es zur Umfrage. Erhalte die wichtigsten Artikel und Blog-Beiträge täglich per Mail.

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